Hochschulrektorenkonferenz greift in Jahresversammlung die Energiewende auf

Auch die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) positioniert sich aktiv in der Forschung zur Energiewende. Auf ihrer Jahresversammlung in Nürnberg nahm das Thema Energiewende eine zentrale Rolle ein. HRK-Präsident Horst Hippler betonte, dass „bei der Energiewende nicht nur Natur- und Ingenieurwissenschaften gefordert seien sondern auch die Wirtschafts-, Rechts-, Geistes- und Gesellschaftswissenschaften. Die Fragen der Energiewende müssten im interdisziplinären Verbund angegangen werden.“ Er betonte weiterhin, dass die notwendigen Veränderungs- und Umstellungsprozesse „nur zum Erfolg führen können, wenn die Wissenschaft und damit die Hochschulen maßgeblich beteiligt werden. Die Hochschulen seien in der Forschung gefordert und müssten das notwendige Personal auf die neue Herausforderung vorbereiten.“
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Damit bringt sich die HRK aktiv in die Debatte über die Rolle der Wissenschaft bei der Bewältigung großer gesellschaftlicher Herausforderungen ein – und setzt einen Akzent der Hochschulen neben den bestehenden prominenten Positionierungen der Helmholtz-Gemeinschaft (Helmholtz 2020), der Technikakademie Acatech und weiterer Wissenschaftsorganisationen. Es wird interessant zu sehen sein, wie die Hochschulen jenseits schon bestehender Pioniereinrichtungen die notwendigen inter- und transdisziplinären Strategien künftig umsetzen.
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Mehr können Sie in der idw-Pressemeldung erfahren: http://idw-online.de/de/news533016

Tagung „Hochschulen für Nachhaltige Entwicklung“ in Berlin – kraftvoller Impuls für eine Nachhaltigkeits-Orientierung an Deutschen Hochschulen

Rund 100 Teilnehmer nahmen am 3.12.2010 im Berliner Harnack-Haus an der von der deutschen UNESCO-Komission (DUK) (AG Hochschule), dem Rat für Nachhaltige Entwicklung und der Freien Universität Berlin getragenen Tagung „Hochschulen für nachhaltige Entwicklung“ teil. Diese Tagung war Nachfolge-Tagung einer Veranstaltung von Deutscher Unesco-Kommission und Hochschulrektorenkonferenz (HRK) am 15. April 2010 in Bremen und erfreute sich noch größerer Resonanz als schon die Bremer Tagung.

Doch nicht nur die Zahl der Teilnehmer aus rund 40 unterschiedlichen Hochschulen war bemerkenswert, sondern die Kraft, mit der das Thema „Nachhaltigkeit“ aktuell aus unterschiedlichen Richtungen in die Hochschulen getragen wird: Prof. Dr. Dieter Lenzen, Präsident der Universität Hamburg, machte in seinem Vortrag zum Exzellenzintiativen-Antrag der Universität Hamburg deutlich, wie eine Nachhaltigkeitsorientierung den Rahmen für ein umfassendes Zukunftskonzept einer Großuniversität in den Bereichen Wissenschaftsverständnis, Forschung, Lehre und Universitäts-Governance bilden kann.
Mandy Singer-Brodowski stellte in einem eindruckvollen Vortrag die Perspektiven und den Forderungskatalog von rund zehn an unterschiedlichen Hochschulen tätigen studentischen Initiativen vor. Dabei stellte sich eine hohe Parallelität der Forderungen mit den Bausteinen des Hamburger Zukunftskonzeptes heraus. Ein Zusammenfallen, das zeigt, dass eine Nachhaltigkeitsorientierung zu neuen Formen der Zusammenarbeit vieler Gruppen in Hochschulen führen kann.

In parallelen Workshops (zu den Themenfeldern Lehrerbildung, fachübergreifende Angebote zum Thema Nachhaltigkeit sowie E-Learning-Veranstaltungen für Nachhaltigkeit) zeigte sich, dass dieser Impuls inzwischen an vielen Hochschulen aufgenommen wurde. Ein aktuelles Beispiel ist die Katholische Universität Eichstätt, die –befördert durch die gemeinsame Erklärung von Deutscher Unesco-Kommission und HRK- inzwischen eine eigene Beauftragte für BNE in der Hochschule benannt und rechtzeitig zur Berliner Tagung ein Leitbild „Nachhaltige Katholische Universität Eichstätt“ verabschiedet hatte (vgl. den Titel-Bericht im Universitätsmagazin „Agora“ der Universität).

Am Ende der Veranstaltungen bestand Einigkeit darüber, dass über solche Tagungen hinaus Wege zu einer weitergehenden Institutionalisierung der Nachhaltigkeitsimpulse an deutschen Hochschulen gefunden werden müssen. Dabei wurden Forderungen laut, eine Verpflichtung zu Nachhaltigkeit zu einem festen Element in allen Landes-Hochschulgesetzen zu machen – eine Perspektive von der einzelne Länder wie das Land Hessen, das Nachhaltigkeitselemente fest in den Katalog der Zielvereinbarungsbausteine mit seinen Hochschulen übernommen hat, gar nicht so weit entfernt sind.

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Prof. Dr. Dieter Lenzen; Prof. Dr. Uwe Schneidewind; Mandy Singer-Brodoski, Prof. Dr. Georg Müller-Christ im Podiumsgespräch zu den Perspektiven von Hochschulen für Nachhaltigkeit am 3.12.2010 im Berliner Harnack-Haus.

Nachfolgetagung „Hochschulen für eine nachhaltige Entwicklung“ am Fr, dem 3.12.2010 in Berlin

Die Nachfolgeveranstaltung zu der am 15. April in Bremen von Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und der Deutschen Unesco-Kommission (DUK) durchgeführten Tagung „Hochschulen für eine Nachhaltige Entwicklung“ wird am Fr, dem 3.12.2010 im Berliner Harnack-Haus stattfinden. Die Tagung wird diesmal auch vom Nachhaltigkeitsrat unterstützt, in dem seit kurzem Walter Hirche wirkt, der Vorsitzende der Deutschen Unesco-Kommission. Die Koordination der Veranstaltung liegt bei der Arbeitsgruppe Hochschule und Nachhaltigkeit der Deutschen Unesco-Kommission unter Leitung von Prof. Dr. Georg Müller-Christ, Konrektor Lehre an der Universität Bremen.

Die Tagung am 3.12.2010 hat zwei Schwerpunkte:

1. Mit führenden Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft wird über die Frage diskutiert, in welchem Verhältnis eine Lehre und Forschung für Nachhaltige Entwicklung zur Ausdifferenzierung im deutschen Wissenschaftssystem steht. Vor dem Hintergrund der zweiten Runde der Exzellenzinitiative existieren hier aktuell interessante Dynamiken.

2. In parallelen Workshops werden „Good-Practice“-Beispiele einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung in den Feldern „Lehrerbildung“, „Fachübergreifende Veranstaltungen“, „E-Learning“ präsentiert und Möglichkeiten der Übertragung auf andere Hochschulen erörtert.

Das endgültige Programm wird ca. Ende September zur Verfügung stehen. Weitere Informationen sind erhältlich über Prof. Dr. Georg Müller-Christ oder Dipl. Oek. Nadine Dembski.

Tagung „Hochschulen für eine nachhaltige Entwicklung“ vom 15.04.2010 in Bremen jetzt auch als Video-Mitschnitt dokumentiert

Die Tagung „Hochschulen für eine nachhaltige Entwicklung“ am 15.4.2010 an der Universität Bremen wurde in einem 30-minütigen Zusammenschnitt wichtiger Beiträge auch per Video dokumentiert. Der Mitschnitt vermittelt gute Eindrücke der Tagung. Das System der „mobile lecture“, mit dem die Aufnahmen passierten, wird an der Universität Bremen breit in der Lehre eingesetzt.

Ergebnisse und Follow-Up aus der Tagung „Hochschulen für eine Nachhaltige Entwicklung“ mit HRK und DUK in Bremen am 15.04.2010

Anläßlich der am 1. März 2010 von Hochschulrektorenkonferenz (HRK) dem Deutschen UNESCO-Kommission (DUK) verabschiedeten gemeinsamen Erklärung zur „Hochschulbildung für nachhaltige Entwicklung“ fand am 15.04.2010 eine begleitende Tagung an der Universität Bremen statt. Sie bildet den Auftakt für einen weiteren Prozeß der AG „Hochschule und Nachhaltigkeit“. Auf der Abschlussrunde der Tagung des 15.04.2010 wurden dazu unterschiedliche zukünftige Maßnahmen (s.u.) diskutiert und in einem ersten Arbeitstreffen am 30.04.2010 konkretisiert. Der Prozeß wird von Prof. Dr. Georg Müller-Christ, Konrektor an der Universität Bremen, koordiniert. Interessierte können sich an Frau Frau Nadine Dembski (nadem@uni-bremen.de) wenden.

Ergebnisse der Abschlussrunde der Tagung
„Hochschulen für eine nachhaltige Entwicklung“
am 15.4.2010 an der Universität Bremen

In der Abschlussrunde haben die Teilnehmer/innen der Tagung die folgenden
Vorschläge für die weitere Zusammenarbeit gemacht:
1. Auf einer weiteren Veranstaltung sollten mehr Hochschulen ihre guten
Beispiele darstellen und zur Diskussion stellen können, wie sie Nachhaltigkeit
in Forschung, Lehre und Transfer umgesetzt haben.
2. Die HRK wird gebeten, den Prozess aktiv weiter zu unterstützen
und den Dialog mit den Hochschulen zu initiieren.
3. Die Rektoren der Hochschulen sollen über die Ergebnisse und die weiteren
Prozessschritte informiert werden.
4. Neben der konkreten Umsetzung vieler Maßnahmen soll auch weiter an
der strategischen Einbindung des Themas in Hochschulen gearbeitet
werden: Wie lässt sich das Thema mit der Idee einer modernen Hochschule
verknüpfen?
5. Wie in Österreich könnte in Deutschland ein Wettbewerb initiiert werden,
um Best-Practices sichtbar zu machen und zu würdigen (Preis ausloben)
6. Eine inhaltliche Diskussion über die Verknüpfung der Diskussionen über
eine soziale und demokratische Hochschule mit der Einbindung von
Nachhaltigkeit könnte geführt werden.
7. Studierende sollten aktiv in den Prozess einbezogen werden, um die
Nachfrage nach nachhaltigkeitsbezogenen Inhalten zu fördern und als
Argument für ein größeres Angebot einsetzen zu können.
8. Die Entwicklung einer Hochschule in Richtung Nachhaltigkeit sollte über
Kennziffern sichtbar gemacht werden können.
9. Kooperationsangebote der Wirtschaft für Forschung und Lehre sollen
aktiv genutzt werden.

Von der Tagung ist ein Videomitschnitt verfügbar.

Gemeinsame Erklärung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und der Deutschen UNESCO-Kommission (DUK) zur Hochschulbildung für nachhaltige Entwicklung

Am 1. März 2010 haben die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und die Deutsche UNESCO-Kommission (DUK) eine gemeinsame Erklärung zur Hochschulbildung für nachhaltige Entwicklung öffentliche vorgestellt und damit ein wichtiges Signal für die Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit auch in Hochschulen gesetzt (zur Presseerklärung vom 01.03.2010). Am 15.04.2010 wird in Bremen eine eigene Veranstaltung zu der Erklärung stattfinden. Organisatoren sind die HRK, die DUK und die Universität Bremen.