Warum muss Wissenschaftspolitik wieder zu einem politischen Feld werden?

Wissenschaftspolitik ist ein weniger attraktives Feld für PolitikerInnen. Sie wird nur in Ausnahmefällen medial diskutiert und bietet u.a. aufgrund der Verabschiedung von Globalhaushalten wenig Gestaltungsspielräume. In der Studie Transformative Wissenschaft wird analysiert, wie Wissenschaftspolitik wieder zu einem politischen Feld werden kann und welche zentrale Rolle darin zivilgesellschaftliche Akteure einnehmen.

„Nur wenn sich auch diejenigen Gruppen in der Gesellschaft, die von den Entwicklungen des Wissenschaftssystems aktiv betroffen sind, öffentlich zu Wort melden, kann Wissenschaftspolitik auch wieder zu einem politisch verhandelten Thema werden. Erst dann wird das Thema öffentlich und medial wieder relevant, entstehen neue Transparenz- und Legitimationszwänge für Wissenschaftspolitik, Ministerien, Fördergeber und die Wissenschaft selber. Wissenschaftspolitik wird damit zu einem weiteren politischen Feld, in dem die neuen und höheren Partizipationsanforderungen moderner Politik einzulösen sind.“ (S. 307)

Eine vertiefte Auseinandersetzung mit das Zusammenspiel von Wissenschaftspolitik und ziviligesellschaftlichen Akteuren findet sich im Buch auf den Seiten 306-311.

Das Buch „Transformative Wissenschaft“ und die begleitende Diskussion zur Weiterentwicklung des deutschen Wissenschaftssystems – eine Übersicht

Link zum Buch beim Metropolis-Verlag, bei FairBuch.

Wissenschaft in der Effizienzfalle?

Wachsende gesellschaftliche Anforderungen an die Hochschuen (steigende Zahlen der StudienanfängerInnen, Exzellenzorientierung in der Forschung, Umstellung der Studiengänge im Zuge der Bologna-Reform) auf der einen Seite und abnehmende Ressourcen auf der anderen Seite führen Hochschulen in eine „Effizienzfalle“. In der Studie Transformative Wissenschaft wird beschrieben, warum diese Effizienzfalle momentan zu einem „Lernen erster Ordnung“ führt und welche Potentiale in einer umfassenden inhaltlichen und institutionellen Neuaufstellung des Wissenschaftssystem stecken.

„Managerisierung“ im Sinne der vielen neu entwickelten Managementinstrumente und „Ökonomisierung“ im Sinne eines immer stärkeren Achtens auf Input-Out- put-Verhältnisse im Hochschulbereich sind die zwangsläufigen Versuche der Hochschulen, mit der Effizienzlücke umzugehen.“ (S. 84). (Es) „bedarf (…)  jedoch einer grundlegenden Neuausrichtung der Ziele des Wissenschaftssystems: Modus 2-Forschung und die Idee einer Humboldt 2.0-Orientierung stehen für eine Wissenschaft, die sich gesellschaftlichen Veränderungsherausforderungen in neuer Form stellt.“ (S. 77)

Eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Kontroverse um eine Wissenschaft in der Effizienzfalle findet sich im Buch auf den Seiten 81-86.

Das Buch „Transformative Wissenschaft“ und die begleitende Diskussion zur Weiterentwicklung des deutschen Wissenschaftssystems – eine Übersicht

Link zum Buch beim Metropolis-Verlag, bei FairBuch.

Hochschulen in der Autonomiefalle?

Hochschulen haben heute eine größere Autonomie denn je, nutzen sie jedoch noch zu wenig um an gesellschaftlichen Schlüsselfragen zu arbeiten und damit ihre eigene gesellschaftliche Relevanz deutlich zu machen. Dadurch katapultieren sie sich selbst in eine Autonomiefalle.

„Die mit der Gewährung von stärkerer Hochschulautonomie entwickelten neuen Steuerungsinstrumente (Ziel- und Leistungsvereinbarungen, Indikator-gesteuerte Mittelzuweisungen, Schaffung von Hochschulräten, Programm-orientierte Hochschulsteuerung)“ (S. 58) gingen „in aller Regel mit einer Schwächung der Selbstverwaltungsgremien zugunsten gestärkter Präsidien und Hochschulräte einher und damit der Gefahr der Schwächung individueller Wissenschafts- und Lehrfreiheit.“ (S. 54)

Eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Kontroverse um Hochschulautonomie findet sich im Buch auf den Seiten 53-60.

Das Buch „Transformative Wissenschaft“ und die begleitende Diskussion zur Weiterentwicklung des deutschen Wissenschaftssystems – eine Übersicht

Link zum Buch beim Metropolis-Verlag, bei FairBuch.