Nachhaltigkeit in den nationalen Wissenschaftsgemeinschaften

Die nationalen Wissenschaftsgemeinschaften, d.h. die Helmholtz- Gemeinschaft, die Leibniz-Gemeinschaft, die Fraunhofer-Gesellschaft sowie die Max-Planck-Gesellschaft stellen eine zentrale Säule des deutschen Wissenschaftssystem dar. Über 6 Mrd. Euro werden in den Instituten der Gemeinschaften für Forschung ausgegeben. Die Max Planck-Gesellschaft ist im wesentlichen auf Grundlagenforschung hin orientiert. 

In der Helmholtz-Gemeinschaft, der Leibniz-Gemeinschaft und in der Fraunhofer-Gesellschaft spielt eine inter- und teilweise transdisziplinäre Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung aber eine Rolle. Die Motorfunktion, die diese Wissenschaftsgemeinschaften bei der weiteren Etablierung einer transdisziplinären Nachhaltigkeitsforschung haben könnten, wurde lange Zeit von diesen nur bedingt eingelöst. Seit wenigen Jahren ist aber in den Wissenschaftsgemeinschaften beim Thema Nachhaltigkeitsforschung Bewegung entstanden. Die folgenden pointierten Beiträge kennzeichnen den Stand der Nachhaltigkeitsforschung in den drei Wissenschaftsgemeinschaften und gehen auf ihre diesbezüglichen Zukunftsperspektiven ein. Ein weiterer Beitrag zeichnet das Bild einer möglichen zukünftigen Vorreiterrolle der nationalen Wissenschaftsgemeinschaften auf dem Weg zu einer „Nachhaltigen Wissenschaft“ in Deutschland:
o Helmholtz-Gemeinschaft: „Tanker der Umweltforschung
o Leibniz-Gemeinschaft: „Loser Bootsverband mit erheblichem Potenzial
o Fraunhofer-Gesellschaft: „Anwendungsprofis auf dem Weg zur Nachhaltigkeit
o Die nationalen Wissenschaftsgemeinschaften als Motor für eine „Nachhaltige Wissenschaft“ in Deutschland?

Die nationalen Wissenschaftsgemeinschaften als Motor für eine „nachhaltige Wissenschaft“ in Deutschland?

Die Helmholtz-Gemeinschaft, die Leibniz-Gemeinschaft und die Fraunhofer-Gesellschaft haben alle den Anspruch gesellschaftlicher (bzw. wirtschaftlicher) Relevanz in ihrer Mission. Durch ihre Governance-Strukturen sind an der Themenfindungen der Forschung auch Akteure aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft beteiligt. Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen spielen in allen drei Gemeinschaften eine wichtige Rolle. Der Koordinationsgrad im Hinblick auf institutsübergreifende Themen ist unterschiedlich. Bei der Helmholtz-Gemeinschaft ist die übergreifende Programmpolitik am konsequentesten ausgeprägt. So finden sich Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen in einzelnen Gemeinschaften (Helmholtz) prominent bei den übergreifenden Programmen und Schwerpunkten, bei der Leibniz-Gemeinschaft verortet in einzelnen Instituten, seit kurzem jedoch auch in der Gesamtvision und einzelnen integrierten Themenfeldern. Die Gemeinschaften liefern unterschiedliche Beispiele für die mögliche Integration nicht naturwissenschaftlich-technischer Kompetenz in ihr Arbeit.

Ihre Größe und wissenschaftliche Potenz würden den Wissenschaftsgemeinschaften die Möglichkeit geben, eine transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung noch sehr viel stärker zu fördern und zu einem nationalen „Capacity-Building“ für diese Form der Forschung beizutragen. Und das in einem Ausmaß, das von einzelnen Hochschulen oder einzelnen wissenschaftlichen Instituten nicht geleistet werden kann.

Beispiele für einen solchen Kapazitätsaufbau sind:
o die Initiierung transdisziplinärer Forschungsprojekte in komplexen Nachhaltigkeitsfragen,
o die Integration transdisziplinärer Forschungselemente in bestehende Großforschungsstrukturen (Exzellenzcluster, Knowledge Innovation Clusters (KICs),..),
o der Aufbau von Karrierepfaden für transdisziplinär arbeitende Wissenschaftler(innen),
o die Qualifizierung von Wissenschaftler(innen) und Gutachter(innen) in den Qualitätskriterien transdisziplinärer Methoden
o der Aufbau transdisziplinärer Infrastrukturen wie Journals, Panels, Preise,
o die Vernetzung mit führenden internationalen Einrichtungen einer transdisziplinären Nachhaltigkeitsforschung,
o die wissenschaftspolitische Lobby-Arbeit zur Stärkung transdisziplinärer Forschung im Wissenschaftssystem insgesamt.

Es wäre erfreulich, wenn sich die Dynamik zu mehr transdisziplinärer Nachhaltigkeitsforschung in den nationalen Wissenschaftsgemeinschaften fortsetzt und diese einen Beitrag zu dem o.g. Kapazitätsaufbau leisten würden.

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Schwerpunktthemen der Weblog-Diskussion

Hier findet sich eine Übersicht über die Schwerpunktthemen der Weblog-Diskussion „Nachhaltige Wissenschaft“ mit dem jeweiligen Datum ihrer Einstellung auf dem Weblog.

Zeitraum Thema Besonders angesprochene Adressaten
26.08.09 – 13.09.09 Kommentare zum Weblog, mögliche Funktionen, allgemeine Anregungen, Diskussion über die Reformvorschläge des Buches „Nachhaltige Wissenschaft“ Alle Empfänger der Erstankündigung
14.09.09 – 30.09.09 Nachhaltige Wissenschaft – ein Ländervergleich Hochschul- und hochschulpolitische Akteure unterschiedlicher Bundesländer
01.10.09 – 24.10.09 Transdisziplinäre Forschung – Quo vadis? Transdisziplinaritäts-Forscher
25.10.09-20.11.09 Nachhaltige Wissenschaftspolitik nach der Wahl (Perspektiven für die neue Bundesregierung) Vertreter Wissenschaftspolitik, insb. der Regierungsfraktionen
21.11.09 – 09.12.09 Leitbilder der hochschulpolitischen Debatte Vertreter der Studierenden, Kirchen, Umweltverbände, Gewerkschaften
10.12.09 – 13.01.10 Studentisches Engagement und Nachhaltige Lehre Vertreterinnen der nachhaltigen Studierenden-Organisationen
14.01.10 – 15.02.10 Nachhaltigkeit in den nationalen Wissenschaftsgemeinschaften (Helmholtz, Leibniz, Fraunhofer, Max-Planck) Vertreter Wissenschafts-gemeinschaften + Wissenschaftspolitik allgemein