Fuer eine erweiterte Governance von Wissenschaft – Ein wissenschaftspolitischer Rueckblick auf das Jahr 2014 von Uwe Schneidewind

Auf den NaWis-Seiten der aktuellen GAIA gibt Prof. Dr. Uwe Schneidewind einen wissenschaftspolitischen Rückblick auf das Jahr 2014, zeichnet aktuelle Entwicklungen in den Bundesländern NRW, Baden Württemberg und Niedersachsen sowie auf Bundesebene nach. Schwerpunkt des Beitrages sind die aktuellen wissenschaftspolitischen Konfliktlinien im Kontext einer „Nachhaltigen Wissenschaft“. Diese beziehen sich insbesondere auf die „Governance“ von Wissenschaft und Gesellschaft.  Auf drei Governance-Ebenen verlaufen dabei die Konflikte: 1. der Ebene der Governance „in“ der Wissenschaft, also diejenigen institutionellen Strukturen, die eine nachhaltigkeitsorientierte Wissenschaft langfristig im Wissenschaftssystem verankern, 2. der Governance „von“ Wissenschaft durch neue gesellschaftliche Kräfte, die die gesellschaftlichen Einfluss- Möglichkeiten auf die Wissenschaft umfasst und 3. der Ko-Governance von Gesellschaft „durch“ Wissenschaft als das weitreichendste Form des Zusammenspiels von Wissenschaft und Gesellschaft. In allen drei Governance-Bereichen haben sich im Jahr 2014 erhebliche Kontroversen ergeben.
Der Beitrag ist in GAIA 24/1 (2015) erschienen und kann hier heruntergeladen werden.

Start des niedersächsischen Forschungsförderprogramm „Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung“

Mit einer öffentlichen Veranstaltung am 06.11. in Hannover startete die Niedersächsische Landesregierung das Forschungsförderprogramm „Wissenschaft für Nachhaltige Entwicklung“. Das Programm wird aus Mitteln des Niedersächsischen Vorab der VolkswagenStiftung finanziert. Damit ist Niedersachsen nach Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg das dritte Bundesland, das Förderrichtlinien im Kontext einer nachhaltigen Entwicklung auflegt.

„Bewerben können sich niedersächsische Hochschulen, Kooperationen mit wissenschaftlichen Partnern innerhalb und außerhalb Niedersachsens sind möglich. Für drei Ausschreibungen von 2014 – 2016 stehen zunächst 15 Millionen Euro zur Verfügung. Die erste Antragsfrist endet am 15. März 2014. (…) Unterstützt werden Projekte mit einer Laufzeit von bis zu vier Jahren. Beteiligt sind jeweils drei bis acht Professuren plus Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Pro Professur können 60 000 bis 100 000 Euro jährlich beantragt werden. Die eingereichten Projektideen werden in zwei Stufen von unabhängigen Expertinnen und Experten begutachtet und vergleichend bewertet. Die Ausschreibung richtet sich an fächerübergreifende Forschungskooperationen, da gerade im Grenzbereich von Wissenschaftsfeldern wegweisende und äußerst innovative Arbeiten zu erwarten sind. Die Anforderung, die Forschung kooperativ durchzuführen, erwächst aus dem Ziel des Programms, zur Profil- und Strukturbildung beizutragen.“ (IDW – Meldung vom 06.11.2013)

Mehr Informationen erhalten Sie hier.

Start des Programms „Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung“ in Niedersachsen

Zum Start des Programms „Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung“ laden das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur und die VolkswagenStiftung am 06.11. von 10 bis 12.30Uhr ein. In einer gemeinsamen Initiative werden in den kommenden Jahren fachübergreifende wissenschaftliche Projekte in Niedersachsen gefördert – sofern sie einen Beitrag zur Entwicklung einer nachhaltigen Gesellschaft leisten.
Das Programm ist prinzipiell offen für Beiträge aus der Wissenschaft, wie bspw.:
  • Umwelt, Klima, Agrarfragen, Energie, Mobilität
  • Gesundheit, Demographie, offene Gesellschaft, alternative Wirtschaftsformen
  • Kulturelle Selbstverständigung, Nachhaltigkeitsdiskurs in Gesellschaft und Wissenschaft, interkulturelle Studien zum Verhältnis von Natur und Kultur
  • Nachhaltige Technik, gesellschaftliche Bedingungen nachhaltiger Entwicklung / soziale Innovationen

In dem Programm „Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung“ werden für die erste Ausschreibung bis zum 15. März 2014 rund 15 Millionen Euro aus Mitteln des Niedersächsischen Vorab zur Verfügung gestellt. Die Veranstaltung im Festsaal im Tagungszentrum Schloss Herrenhausen bietet den Auftakt der Initative.

Um Anmeldung per E-Mail wird gebeten an: Nachhaltigkeit@volkswagenstiftung.de


Weitere Details entnehmen Sie bitte dem Faltblatt.

NV_Nachhaltigkeit_Faltblatt_online

Leuphana Universität Lüneburg wird durch ZEIT-Wissen Preis ausgezeichnet

Der ZEIT-Wissen Preis und die Bildungsinitiative »Mut zur Nachhaltigkeit« haben mit einem eigenen Wettbewerb überzeugende Konzepte nachhaltigen Wissens und Handels ausgezeichnet. In der Kategorie „Wissen“ gewann die Leuphana Universität Lüneburg (Mitglied der NaWis- Runde) den Preis, der mit 10 000 € dotiert ist und von der Stiftung Forum für Verantwortung unterstützt wird. In einer zehnköpfigen Jury aus VerteterInnen der Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und Medien wurde die Leuphana Universität aus den Nominierten ausgewählt. In der Presseerklärung zur Preisverleihung heißt es:

„ZEIT WISSEN und die Initiative Mut zur Nachhaltigkeit honorieren das Konzept der Universität, wonach das Thema Nachhaltigkeit in sämtliche Bereiche des akademischen Lebens integriert wird. >Wissen und Handeln werden dabei vorbildlich miteinander verknüpftViele theoretische Erkenntnisse und Ideen werden direkt auf dem Universitäts-Campus angewandt, so dass die Studenten und Lehrkräfte bereits in ihrem Alltag nachhaltiges Leben umsetzen.

Entscheidend für die Jury war das Konzept der Leuphana Universität auch aufgrund ihres Anspruchs junge Menschen zu aktiven BürgerInnen einer Ziviligesellschaft des 21. Jahrhunderts auszubilden und studentisches Engagement in hohem Maße zu unterstützen. Deutlich wird dies nicht zuetzt auf der aktuell stattfindenden Konferenzwoche „Aufbruch – Wie geht Veränderung?“, die den Abschluss des transdisziplinär angelegten Leuphana- Semesters bildet. In dem Semester haben weit über 1000 Erstsemestler sich im Rahmen des Moduls „Verantwortung“ problem- und forschungsorientiert mit Fragestellungen der nachhaltigen Entwicklung auseinandergesetzt.

Verbund für Nachhaltige Wissenschaft (NaWis) – Netzwerk zur Stärkung der Nachhaltigkeits-Wissenschaften

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Die Universität Kassel, die Leuphana Universität Lüneburg und das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH haben sich zur NaWis-Runde zusammengeschlossen. Seit dem 01.01.2012 ist auch das Institute for Advanced Sustainability Studies Mitglied der NaWis-Runde. Ziel des Verbundes ist die Förderung transdisziplinärer Nachhaltigkeitswissenschaft im deutschen Wissenschaftssystem – sowohl in Hochschulen als auch in außeruniversitären Forschungseinrichtungen.

Klima- und Umweltherausforderungen sprengen schon lange Disziplinengrenzen. Sie erfordern eine enge Zusammenarbeit von Natur- und Technik- mit Sozial- und Geisteswissenschaften. Nur so lassen sich Übergänge zu einer nachhaltigen Gesellschaft gestalten. International entwickeln sich viele Initiativen für eine inter- und transdisziplinäre Nachhaltigkeitswissenschaft. Im deutschen Wissenschaftssystem steht diese noch am Anfang.

Hier setzt die von den Universitäten Kassel und Lüneburg, dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie sowie dem Institute for Advanced Sustainability Studies getragene „NaWis“-Runde an. Sie wird von vier führenden Wissenschaftseinrichtungen im Bereich der Nachhaltigen Wissenschaft getragen.

Schon heute arbeiten die vier Trägerinstitutionen auf Schlüsselfeldern der Nachhaltigkeitswissenschaft zusammen, wie z.B.

  • der Klimaanpassungsforschung,
  • dem Ausbau regenerativer Energiezeugung,
  • die nachhaltige Gestaltung von Ressourcen- und Stoffströmen,
  • nachhaltige Prozesse auf Stadtebene bzw. Nachhaltigkeitsstrategien von Städten

In Zukunft plant die NaWis-Runde u.a.

  • gemeinsame Forschungsprojekte, Graduiertenkollegs und Lehrangebote zu initiieren,
  • die Konzepte und Methoden einer transdisziplinären Nachhaltigkeitswissenschaft weiterzuentwickeln,
  • gemeinsam Foren und Tagungen zur Weiterentwicklung einer transdisziplinären Nachhaltigkeits-Wissenschaft im deutschen Wissenschaftssystem zu veranstalten und
  • Positionen zur institutionellen und wissenschaftspolitischen Weiterentwicklung einer Nachhaltigkeits-Wissenschaft in Deutschland zu entwickeln.

Als deutscher Herausgeberkreis der -transdisziplinär ausgerichteten- Zeitschrift GAIA verfügt die NaWis-Runde über eine Publikationsplattform.

Eine Erweiterung des Netzwerkes um weitere Institutionen in den kommenden Jahren ist geplant. 

Weitere Hintergrundinformationen zur NaWis-Runde: Homepage der NaWis-Runde

Auflistung studentischer Initiativen im Bereich Nachhaltigkeit

Studierenden liegt das Thema Nachhaltigkeit am Herzen. Deutschlandweit findet sich eine Vielzahl an studentischen Gruppen, die hierfür selbst die Ruder in die Hand genommen haben: Sie organisieren Vorlesungsreihen und Seminare, setzen sich für eine faire Mensen und klimagerechte Gebäude an den Universitäten ein.

Hier eine Auflistung der Gruppen:

Hamburg
Oikos Hamburg
sneep Hamburg

Niedersachsen

Clausthal
Oikos Clausthal
Lüneburg
sneep Lüneburg
Netzwerk Klimagerechte Hochschule/ Ökologiereferat des AStA
Oldenburg
sneep Oldenburg

Berlin
sneep Berlin
Initiative für Nachhaltige Entwicklung
Netzwerk Klimagerechte Hochschule
Uni Solar

Brandenburg
Cottbus
Solar University/Uni Solar
Potsdam
Netzwerk Klimagerechte Hochschule/ Ökologiereferat des AstA

Sachsen-Anhalt

Halle
sneep Halle
BURGgrün KH/ Netzwerk Klimagerechte Hochschule Halle

Nordrhein-Westfalen
Bielefeld
AK Ökologie (AStA)
Duisburg-Essen
Initiative für Nachhaltigkeit
Köln
Oikos Cologne
Münster
sneep Münster
Studenteninitiative Wirtschaft und Umwelt e.V.
Paderborn
Oikos Paderborn
Witten/Herdecke
Oikos Witten/Herdecke

Hessen
Marburg
Phlink

Thüringen
Erfurt
AG Nachhaltigkeit
Ilmenau
Referat für Umwelt des StuRa Ilmenau/ Netzwerk Klimagerechte Hochschule
Nordhausen
Mission Sustainability

Sachsen
Dresden
TU – Umweltinitiative
Leipzig
Netzwerk Klimagerechte Hochschule

Rheinland Pfalz
Trier
sneep Trier

Baden-Württemberg
Friedrichshafen
Oikos Friedrichshafen
Heidelberg
Netzwerk Klimagerechte Hochschule
Karlsruhe
sneep Karlsruhe
Netzwerk Klimagerechte Hochschule/ kine e.V.
Global Marshall Plan Initiative
Konstanz
Oikos Constance
Stuttgart
sneep Stuttgart
Tübingen
Greening the University e.V.
Oikos Tübingen
Global Marshall Plan Initiative

Bayern
Bayreuth
Oikos Bayreuth
Eichstätt-Ingolstadt
sneep EI
Netzwerk Klimagerechte Hochschule
Nürnberg
Netzwerk Klimagerechte Hochschule
München
Sneep München
Netzwerk Klimagerechte Hochschule
Passau
sneep Passau
Würzburg
AK Ökologie/ Netzwerk Klimagerechte Hochschule/ Ö-Pro e.V

Einige dieser Gruppen gehören nationalen wie internationalen Netzwerken an. Siehe hierfür auch:
Oikos international: students for sustinable economics and management
sneep: Studentisches Netzwerk für Wirtschafts- und Unternehmensethik
Netzwerk klimagerechte Hochschule
Uni Solar
Initiative für Psychologie im Umweltschutz

Falls eure Hochschulgruppe hier fehlt, hinterlasst einen Kommentar oder wendet euch an den Administrator.

Außer bei den hier aufgeführten Gruppen spielen Aspekte „Nachhaltiger Hochschule“ auch bei den Campus-Grün und den Grünen Hochschulgruppen sowie weiteren politischen Hochschulgruppen eine wichtige Rolle.

16 für einen nachhaltigen Streich – eine Übersicht über die Nachhaltigkeitsorientierung in den Wissenschaftssystemen der 16 Bundesländer

Das Weblog „Nachhaltige Wissenschaft“ greift in regelmäßigen Abständen Schwerpunktthemen auf. Im ersten „Schwerpunkt“ geht es um den Stand einer „Nachhaltigen Wissenschaft“ in den 16 deutschen Bundesländern. Die Ausdifferenzierung des deutschen Wissenschaftssystems fordert nicht nur die Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen heraus, sich zu positionieren. Auch jede Landesregierung als die zentrale wissenschafts- und hochschulpolitische Instanz steht vor der Frage, mit welcher Form der Wissenschafts- und Hochschulpolitik sie ihr Land fit für das 21. Jahrhundert macht.

Der Aufbau transdisziplinärer Wissenschaftsstrukturen und die Ausrichtung an zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen kann dabei eine interessante Option sein, um im Profilwettbewerb der Länder den eigenen Wissenschaftsstandort für zukünftige Studierende und Wissenschaftler(inn)en attraktiv zu halten. „Nachhaltigkeit“ als ein übergeordnetes Wissenschaftsleitbild mit einem hohen Integrationspotenzial bietet hier vielfältige Chancen. Die Ausrichtung am Leitbild einer transdisziplinären Nachhaltigkeitswissenschaft hat alle Ingredienzien für eine zukunftsweisende Wissenschaftspolitik: Sie kann bestehende Forschungsspitzen aufgreifen und sie in einen gesellschaftlich relevanten Kontext einbetten, sie stärkt die gesellschaftliche Vermittlung von Wissenschaft, fördert die Integration zwischen Disziplinen und Hochschulen (insbesondere auch von unterschiedlichen Hochschultypen) sowie anderen wissenschaftlichen Einrichtungen. Sie integriert auf überzeugende Weise Forschung und Lehre. Der Blick auf die 16 Bundesländer zeigt, dass einige für eine solche Strategie hervorragende Voraussetzungen besitzen.

Die folgenden Blog-Beiträge zu den einzelnen Bundesländern sind bewusst kurz und provokant verfasst. Allein die Idee, dass einzelne Bundesländer ihre Wissenschaftspolitik an einzelnen gesellschaftlich relevanten Leitthemen ausrichten, ist an sich schon diskussionswürdig. All dies soll Sie zu Ergänzungen und Kommentierungen anregen.

Neben unmittelbaren Kommentierungen zu den einzelnen Beiträgen („Kommentar schreiben“) sind zu dem Thema ganz herzlich auch Gastbeiträge eingeladen. Wenn Sie einen eigenen Weblog-Beitrag zu Ihrem Bundesland oder der Diskussion insgesamt verfassen möchten, dann wenden Sie sich an die Weblog-Administration, damit Ihnen die entsprechenden Rechte eingerichtet werden. Wir freuen uns besonders über Beiträge mit kontroversen Positionen oder solchen, die neue Blicke auf die Debatte werfen.

Leiten Sie den Link auf die Weblog-Diskussion gerne an andere hochschulpolitisch interessierte Akteure in ihrem Umfeld weiter, um die Diskussion für einen breiten Kreis von Diskutaten zugänglich zu machen.

Hier die Übersicht über die Beiträge zu den einzelnen Bundesländern:
o Baden-Württemberg: „Erdrückt von Exzellenz“
o Bayern: „Wüste jenseits der TU München?“
o Berlin: „Wo bleibt die nachhaltige politische Kraft der Universitäten?“
o Brandenburg: „Advanced Studies als Motor?“
o Bremen: „Hoffnungsvoller Kandidat mit historischem Balast“
o Hamburg: „Potenziale – versunken in Konflikten“
o Hessen: „Ein Ökosystem spannender Davids“
o Mecklenburg-Vorpommern: „Meer- und Ökosystemforschung in schwierigem Umfeld“
o Niedersachsen: „Federführende Rolle mit fehlender politischer Integration“
o NRW: „Schwergewichte mit nur zarter Vernetzung“
o Rheinland Pfalz: „Perlen in schwierigem hochschulpolitischen Umfeld“
o Saarland: „Voran mit externer Förderung“
o Sachsen:“Flagschiff ohne Kontext“
o Sachsen-Anhalt: „Zu klein für Sustainability?“
o Schleswig Holstein: „Über die Meeresforschung den globalen Wandel verstehen“
o Thüringen: „Energie und Nachhaltigkeit nur im Grenzbereich“

Niedersachsen: Federführende Rolle mit fehlender politischer Integration?

Niedersachsen kann aktuell als das Zentrum einer Nachhaltigkeitsorientierung im deutschen Wissenschaftssystem betrachtet werden. Es verfügt mit der Universität Oldenburg und insbesondere der Universität Lüneburg über zwei Universitäten, die sich in den letzten Jahren gezielt strategisch im Hinblick auf eine transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung hin ausgerichtet haben. Zudem bestehen umfassende Zentren einer interdisziplinären Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung auch an anderen Hochschulen wie der Universität Göttingen (Öko-Systemforschung, Klimafolgenforschung), der Universität Osnabrück (Umwelt-Systemanalyse), der TU Clausthal, der Universität Hannover (regenerative Energieforschung) oder der TU Braunschweig (Verkehrs- und Mobilitätsforschung).

Hinzu kommt, dass die Themenfelder „Regenerative Energien, insb. Windenergie“ sowie „Klimaschutz- und Anpassung“ für Niedersachsen als Küstenland von zentraler Bedeutung für die weitere (ökonomische) Landesentwicklung sind. Mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU, Osnabrück) und der VW-Stiftung (Hannover) ist Niedersachsen zudem Sitzland zwei der potentesten Wissenschaftsstiftungen, die gleichzeitig zentrale Schwerpunkte im Bereich der umweltbezogenen Forschungsförderung (insb. DBU) besitzen.

Trotz dieser herausragenden Ausgangsbedingungen ist die Nachhaltigkeitsorientierung kein dominantes Moment der niedersächsischen Wissenschaftsstrategie. Dabei würde gerade hierin eine gewaltige Positionierungschance gegenüber den wissenschafltlich und wirtschaftlich starken „Südländern“ liegen – getreu der Perspektive: der Norden forscht und lehrt schon fürs „Übermorgen“.

Im Kontext der unterschiedlichen politischen Klima- und Nachhaltigkeitsaktivitäten des Landes (Regierungskommission Klimaschutz, Nachhaltigkeitsallianz) ließe sich evtl. eine „Lower Saxony Sustainable Science Center“ initiieren, das die hervorragenden Potenziale des Landes noch besser koordiniert.

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