Ausschreibung der Kurt-Eberhard-Bode-Stiftung „Wasser – Forschung für eine nachhaltige Ressourcennutzung“

Die Kurt-Eberhard-Bode-Stiftung schreibt die Förderung einer Junior-Forschergruppe aus, die in interdisziplinärer, praxisorientierter Forschungsarbeit an der Schnittstelle von Wissenschaft und Gesellschaft integrative Modelle für die nachhaltige Nutzung der Ressource Wasser entwickelt. Wasser gilt als der wichtigste Rohstoff des 21. Jahrhunderts. Bis zum Jahr 2050 wird die Weltbevölkerung auf neun Milliarden Menschen anwachsen. Die weltweit und regional unterschiedlichen Wasserprobleme erfordern vielfältige Forschungsbemühungen. Während in den entwickelten Ländern primär die Wasserqualität im Fokus steht, sind die ariden und semiariden Regionen Asiens, Afrikas und Südamerikas von einer Verknappung ihrer Wasserressourcen betroffen. Für Küstenregionen und Flusseinzugsgebiete wird die Zunahme von hydrologischen Extremereignissen wie Hochwasser und Überflutungen prognostiziert.

Zentrale Forschungsthemen des Stiftungsprogramms sind Strategien und Konzepte für ein gesellschaftlich tragfähiges, nachhaltiges Management der Ressource Wasser.

Exemplarische Themenfelder sind:

  • Wasser und Gesundheit
  • Wasser und Ernährung
  • Wasser und Ökotoxikologie
  • Wasser und Landnutzung
  • Wasser und Boden
  • Wasser und Klima

Es wird eine Junior-Forschergruppe gefördert und für einen Zeitraum von bis zu drei Jahren mit insgesamt bis zu 160.000 Euro p.a. ausgestattet.
Die Gruppe soll in interdisziplinärer, praxisorientierter Forschungsarbeit an der Schnittstelle von Wissenschaft und Gesellschaft herausragende Strategien und Konzepte für die nachhaltige Nutzung der Ressource Wasser entwickeln.
Angesprochen sind Vertreter/innen der natur- und lebenswissenschaftlichen Disziplinen im interdisziplinären Austausch. Die Beantragung erfolgt gemeinsam mit dem/der verantwortlichen Hochschullehrer/in. Für die Antragstellung fordern Sie bitte das entsprechende Merkblatt bei karsten.krueger@stifterverband.de an.

Bitte richten Sie Ihre Bewerbung bis zum 15. Juli 2012 an die Kurt-Eberhard-Bode-Stiftung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft.

Weitere Informationen entnehmen sie bitte der folgenden Datei:Bode_Ausschreibung_Juniorforschergruppe_Wasser_2012

„Übernehmt die Verantwortung“ – lesenswerter Denkanstoß im neuen duzMagazin

In der neuesten Ausgabe des duzMAGAZIN (Deutsche Universitätszeitung 10/2010) findet sich ein sehr lesenswerter Denkanstoß von Volker Meyer-Guckel/stellvertretender Generalsekretär und Frank Stäudner/Leiter Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit vom Stifterververband der Deutschen Wissenschaft, der von der deutschen Wirtschaft getragenen Einrichtung zur Förderung von Wissenschaft und Forschung. Sie weisen in dem Beitrag auf die Breite der gesellschaftlichen Aufgaben von Hochschulen hin und bemängeln, dass durch die starke Autonomisierung der Hochschulen „nahezu alle Hochschulen im Wettbewerb auf das gleiche Pferd setzen: … jede Hochschule…definiert sich als exzellente Forschungsstätte“. Indem alle Hochschulen nach einer Rolle streben, verelende letztlich das gesamte System, löse das Hochschulsystem insgesamt seine vielfältigen gesellschaftlichen Funktionen nicht mehr ein.

Diese Ausdifferenzierungsforderung ist in sich nicht neu. Was den Beitrag von Volker Meyer-Guckel und Frank Stäudner bemerkenswert macht, ist einmal die Breite der gesellschaftlichen Funktionen, die beide in ihrem Beitrag aufzeigen: dies reicht von der Vermittlung anspruchsvoller Bildung, die Förderung alternativer Hochschulzugänge und Weichenstellungen zum gesellschaftlichen Aufstieg über Forschung zur Lösung von Problemen in Wirtschaft und Gesellschaft bis zum Dialog mit der Gesellschaft. Zum anderen legen Meyer-Guckel und Stäudner konkrete Vorschläge zur künftigen Hochschulsteuerung vor, um die Funktionsfähigkeit des Gesamtsystems zu gewährleisten: eine konsequente Weiterentwicklung des Instrumentes der Zielvereinbarungen auf Landesebene, die dazu führen soll, dass in großen Flächenländern die Bandbreite der verschiedenen Hochschulfunktionen wirklich abgedeckt wird und auf Bundesebene die Forderung nach einer stärkeren Koordinationsfunktion der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), um die Funktionsfähigkeit auch über kleine Bundesländer hinweg zu gewährleisten.

Gerade in den politischen Gestaltungsvorschlägen steckt provokanter Diskussionsstoff, weil sie eine Abkehr vom heutigen Verständnis von Hochschulautonomie bedeuten und die Hochschulen stärker in die gesellschaftliche Pflicht nehmen.

Stifterverband wünscht sich in Studie stärkere gesellschaftliche Pluralisierung der Hochschulräte

Der Stifterverband hat ein „Handbuch Hochschulräte“ vorgelegt, in dem er u.a. zu einer stärkeren Pluralisierung von Hochschulräten rät. In der begleitenden Pressemeldung heißt es wörtlich:
„Nur wenn Hochschulräte vielfältig zusammengesetzt sind, können sie ihre Funktion als Orte des gesellschaftlichen Diskurses ausüben…. Derzeit kommt jedes zweite Hochschulratsmitglied aus der Wissenschaft. Aus der Wirtschaft stammt dagegen nur jedes dritte Mitglied. Von einer Dominanz der Unternehmen in Hochschulräten kann nicht gesprochen werden.“ Es ist zu erwarten, dass die Zurückdrängung von wissenschaftlichen Vertretern in den Hochschulräten zugunsten von mehr Vertretern aus gesellschaftlichen Gruppen zu Diskussionen geführt wird. Im Sinne einer nachhaltigkeits-orientierten Wissenschaft nehmen hoffentlich viele gesellschaftliche Gruppen aus Kirchen, Umweltverbänden, Gewerkschaften den Ball auf und signalieren die klare Bereitschaft zu Mitwirkung in Hochschulräten. Die Studie des Stifterverbandes liefert hierfür eine gute Vorlage.