Wissenschaftsstiftungen als Katalysator für eine transformative Wissenschaft

Wissenschaftsstiftungen bringen sich durch Impulse für innovative Problemlösungen in den vergangenen Jahren zunehmend in die Förderung eines Strukturwandels im Wissenschaftssystems ein. In der Studie Transformative Wissenschaft werden die Potentiale und Grenzen dieses Stiftungsengagements diskutiert und Beispiele für herausragendes Stiftungsengagement beschrieben.

„Stiftungen haben Freiräume zum Experimentieren und verstehen sich selbst als >gesellschaftliche Risiko-Kapitalgeber<, sie fördern neue Arten der Wissensgenerierung, neue Arenen der Kommunikation und sind >Convener<, die die Kooperation von Institutionen und Köpfen ermöglichen. (…)“

  • Stiftungen können innovative Impulse in der Förderung von unkonventionellen und riskanteren Forschungsprojekten geben und dabei auch vermeintlich auseinanderliegende Themenstränge sinnvoll zusammenführen.
  • Sie können an der Schnittstele von Hochschule und Gesellschaft entscheidend zu einer Beteiligung der Zivilgesellschaft sowie zu einer daraus folgenden Verschränkung unterschiedlicher Wissensformen beitragen.
  • Sie agieren jenseits der Förderalismus-Zwänge und können daher auch strukturelle Impulse jenseits der klassischen Förderinstrumente an Hochschulen setzen (z.B. transdisziplinär arbeitende Stiftungsprofessuren).
    Stiftungen bringen Aufmerksamkeits- und Reputationskapital ins Wissenschaftssystem ein und können dadurch über ihre finanziellen Mittel hinaus Anreite für ein umfassendes Umsteuern im Wissenschaftssystem setzen.“ (S. 318f.)

Eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Innovationskraft der Wissenschaftsstiftungen findet sich im Buch auf den Seiten 319-322.

Das Buch „Transformative Wissenschaft“ und die begleitende Diskussion zur Weiterentwicklung des deutschen Wissenschaftssystems – eine Übersicht

Link zum Buch beim Metropolis-Verlag, bei FairBuch.

Ausschreibung der Kurt-Eberhard-Bode-Stiftung „Wasser – Forschung für eine nachhaltige Ressourcennutzung“

Die Kurt-Eberhard-Bode-Stiftung schreibt die Förderung einer Junior-Forschergruppe aus, die in interdisziplinärer, praxisorientierter Forschungsarbeit an der Schnittstelle von Wissenschaft und Gesellschaft integrative Modelle für die nachhaltige Nutzung der Ressource Wasser entwickelt. Wasser gilt als der wichtigste Rohstoff des 21. Jahrhunderts. Bis zum Jahr 2050 wird die Weltbevölkerung auf neun Milliarden Menschen anwachsen. Die weltweit und regional unterschiedlichen Wasserprobleme erfordern vielfältige Forschungsbemühungen. Während in den entwickelten Ländern primär die Wasserqualität im Fokus steht, sind die ariden und semiariden Regionen Asiens, Afrikas und Südamerikas von einer Verknappung ihrer Wasserressourcen betroffen. Für Küstenregionen und Flusseinzugsgebiete wird die Zunahme von hydrologischen Extremereignissen wie Hochwasser und Überflutungen prognostiziert.

Zentrale Forschungsthemen des Stiftungsprogramms sind Strategien und Konzepte für ein gesellschaftlich tragfähiges, nachhaltiges Management der Ressource Wasser.

Exemplarische Themenfelder sind:

  • Wasser und Gesundheit
  • Wasser und Ernährung
  • Wasser und Ökotoxikologie
  • Wasser und Landnutzung
  • Wasser und Boden
  • Wasser und Klima

Es wird eine Junior-Forschergruppe gefördert und für einen Zeitraum von bis zu drei Jahren mit insgesamt bis zu 160.000 Euro p.a. ausgestattet.
Die Gruppe soll in interdisziplinärer, praxisorientierter Forschungsarbeit an der Schnittstelle von Wissenschaft und Gesellschaft herausragende Strategien und Konzepte für die nachhaltige Nutzung der Ressource Wasser entwickeln.
Angesprochen sind Vertreter/innen der natur- und lebenswissenschaftlichen Disziplinen im interdisziplinären Austausch. Die Beantragung erfolgt gemeinsam mit dem/der verantwortlichen Hochschullehrer/in. Für die Antragstellung fordern Sie bitte das entsprechende Merkblatt bei karsten.krueger@stifterverband.de an.

Bitte richten Sie Ihre Bewerbung bis zum 15. Juli 2012 an die Kurt-Eberhard-Bode-Stiftung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft.

Weitere Informationen entnehmen sie bitte der folgenden Datei:Bode_Ausschreibung_Juniorforschergruppe_Wasser_2012