Vortrag „Nachhaltige Wissenschaft: Zum nötigen Klimawandel im deutschen Wissenschaftssystem“ als podcast auf der Plattform Lecturio

Ab sofort finden Sie unter http://www.lecturio.de/e-vorlesungen/videoplayer/evorlesung/nachhaltige-wissenschaft.html den von Uwe Schneidewind am 17.12.2009 gehaltenen Vortrag „Nachhaltige Wissenschaft: Zum nötigen Klimawandel im deutschen Wissenschaftssystem“ im Rahmen der Phlink-Vorlesungsreihe an der Universität Marburg. Neben einem Überblick stehen insbesondere die Ansätze im Bereich der Lehre im Zentrum des Vortrages.

Schwerpunkt: Nachhaltige Wissenschaft und studentisches Engagement

Schon von Ende der 80er bis Mitte der 90er-Jahre waren es studentische Initiativen, die dafür sorgten, dass das Thema Ökologie stärker in die Strukturen der Hochschulen einzog. So gingen neu eingerichtete Lehrstühle und Institute für Umweltmanagement u.a. an den Universitäten St. Gallen, der Universität Lüneburg oder TU Berlin auf studentisches Engagement zurück.

Aktuell sind es wieder die Studierenden, die mit Kraft auf Veränderungen in der Hochschulausbildung drängen. Es lohnt daher ein Blick darauf, welche Bedeutung dieses Engagement auch für eine „Nachhaltige Wissenschaft“ haben kann. In mehreren Beiträgen beleuchtet daher der aktuelle Schwerpunkt des Weblogs …
• …wie sich die Forderungen der Studierenden ins Jahr 2010 tragen und mit der Idee einer nachhaltigen Hochschule verknüpfen lassen,
• …warum die aktuellen studentischen Proteste so wichtig für eine notwendige Leitbilddebatte an den Hochschulen sind,
• …welche Hochschulinitiativen derzeit bundesweit mit dem Leitbild Nachhaltigkeit unterwegs sind oder sich aktuell gründen (z.B. an der Universität Tübingen, an der Universität Marburg (das Netzwerk Phlink), an der FU Berlin , studentische Leitbildentwicklung zur Nachhaltigkeit an der Universität Bern, …) – Beiträge werden laufend ergänzt.

Nachhaltige Lehre! oder wie lassen sich die berechtigten Bologna-Anliegen der Studierenden nachhaltig ins Jahr 2010 tragen?

Die aktuellen Studierendenproteste wenden sich gegen die vielfältigen Auswüchse des Bologna-Systems: gegen Verschulung, gegen die Stofffülle, gegen überbordende Prüfungsbelastungen, gegen fehlende Freiräume für selbstbestimmtes Lernen und studentisches Engagement.

Grundsätzlich geben Hochschulleitungen und Hochschulpolitik den Protestierenden Recht und ein baldiger „Bologna-Gipfel“ soll Abhilfe schaffen. Doch angesichts der aktuell zu beobachtenden gegenseitigen Schuldzuweisungen zwischen Hochschulpolitik („Die richtige Umsetzung der Studienreformen obliegt der Autonomie der Hochschulen“) und Hochschulleitungen („Ohne ausreichende Finanzierung der Hochschulen durch die Landesregierungen ist eine vernünftige Umsetzung nicht möglich“) ist die Gefahr groß, dass die nötigen Änderungen nur halbherzig angepackt werden.

Was ist den Studierenden zu empfehlen, damit ihre Proteste auch nach der Weihnachtspause weiter mit Elan vorgetragen werden? Was sich anbietet, ist die Fokussierung auf einige Kernfelder, die dann als Katalysator für die Veränderung des Gesamtsystems wirken können.

Fünf solcher Felder seien im folgenden kurz skizziert werden – sie bieten sich auch für die idealtypische Umsetzung einer Nachhaltigen Hochschule an:
1. Fokus: Transdisziplinäre Lehre einfordern – zur Wiederbelebung des Projektstudiums
2. Fokus: General Studies und Professionalisierungsbereiche nutzen
3. Fokus: Freiräume für studentisches Engagement erkämpfen
4. Fokus: Neue Studiengänge
5. Fokus: Über Web 2.0 die Hochschule demokratisieren und das Lehrangebot verbreitern

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