Rückblick auf Sustainability Summit in Lüneburg

Der Leuphana Sustainability Summit vom 29.02. bis 02.03.2012 brachte knapp 300 Teilnehmer_innen aus 50 verschiedenen Ländern an der Universität Lüneburg zusammen. Die Konferenz war eine Veranstaltung der Reihe „Transformatives Wissen schaffen“ im Wissenschaftsjahr 2012 „Zukunftsprojekt Erde“. Mit der Reihe fragen die Initiatoren (NaWis-Verbund und Ecornet) nach der Motorfunktion der Wissenschaft auf dem Weg zu einer gesellschaftlichen Transformation in Richtung Nachhaltiger Entwicklung.

Eröffnet wurde der erste Konferenztag mit einer Podiumsdiskussion zu den Herausforderungen einer Politik für Nachhaltigkeit im 20. Jahr nach Rio an der u.a. Tim Jackson, Angelika Zahrnt und Jürgen Maier teilnahmen. Am Nachmittag wurden die theoretischen und praktischen Anforderungen an eine transdisziplinäre Wissenschaft diskutiert (u.a. mit Beiträgen von Thomas Jahn, Arnim Wiek und Roland W. Scholz ). Arnim Wiek von der School of Sustainability der Arizona State University plädierte für eine Wissenschaft, die aus den Laboren geht und verlernt, was einer Zusammenarbeit mit der Gesellschaft im Weg steht.

Insbesondere am zweiten Konferenztag erörterten die internationalen Experten in einer Reihe von Workshops zu den Themen Biodiversität, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Nachhaltigkeitspolitik und Transdisziplinarität intensiv den „state of the art“ und machten gleichzeitig immer wieder auf Best- Practice Beispiele im Feld aufmerksam.

Neben der Zusammenfassung der Workshop-Ergebnisse am Morgen des dritten Konferenztages, wurde in den letzten Keynotes des Summits noch einmal die Rolle und Verantwortung von Wissenschaft thematisiert. Aus dem internationalen Kontext präsentierten sich Vorreiterinstitutionen (University of British Columbia/ Kanada), die mit ihrer Arbeit explizit einen „sozialen Wandel“ zum Ziel haben. Neben diesem Wandel, den jede einzelne Organisationen im Wissenschaftssystem anstoßen kann, betonte UBA-Präsident Jochen Flasbarth die Aufgabe von Wissenschaftler_innen: Diese sollten vor allem ihre Ergebnisse in der Komplexität reduzieren und Ratschläge für politische Entscheidungsprozesse möglichst einfach kommunizieren. „Bürokraten können viel mehr verändern, als sie manchmal vorgeben.“

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass auch der Leuphana Sustainability Summit im Zeichen der Veränderung stand: die gewaltigen Herausforderungen einer Nachhaltigen Entwicklung fordern statt des häufig betriebenen „blame games“ ein „mutual learning“ – ein gemeinsames Lernen aller Akteure aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Daher sprachen die anwesenden Wissenschaftler_innen sich für die Schaffung einer durchsetzungsfähigen Weltumweltorganisation und eines Weltrates Nachhaltigkeit aus, wie es in der Pressemitteilung der Leuphana Universität Lüneburg heißt.

Alle Veranstaltungen der Reihe „Transformatives Wissen schaffen“ finden Sie hier.