Wer sind Pionierhochschulen einer Wissenschaft für Nachhaltigkeit in Deutschland?

Noch vor wenigen Jahren kamen die Pionierhochschulen einer Wissenschaft für Nachhaltigkeit überwiegend aus dem Feld der mittelgroßen Universitäten. Jetzt haben sie sich ausdifferenziert und umfassen mittelgoße Universitäten ebenso wie große Volluniversitäten und Fachhochschulen. In der Studie Transformative Wissenschaft werden vier Hochschulen und ihr Weg zur Profilbildung im Kontext einer Nachhaltigen Entwicklung beschrieben.

„Pilothochschulen stellen mithin den Keim für einen Wandel des Wissenschaftssystems von unten zu mehr Nachhaltigkeit dar. Sie sind vermutlich die wichtigsten „Nischen-Akteure“ für eine Veränderung“ (S. 346). „Die Beispiele der Universitäten Kassel und Lüneburg, Hamburg und der Hochschule Eberswalde zeigen unterschiedliche Pfade einer hochschulweiten Nachhaltigkeitsstrategie auf. Sie verdeutlichen, dass es verschiedene Wege und Durchsetzungsmuster für eine solche Strategie an Hochschulen gibt, die sich grundsätzlich nicht nur auf kleine Hochschulen beschränkt“ (S. 359).

Eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Pilothochschulen findet sich im Buch auf den Seiten 345-359.

Das Buch „Transformative Wissenschaft“ und die begleitende Diskussion zur Weiterentwicklung des deutschen Wissenschaftssystems – eine Übersicht

Link zum Buch beim Metropolis-Verlag, bei FairBuch.

Wissenschaftsstiftungen als Katalysator für eine transformative Wissenschaft

Wissenschaftsstiftungen bringen sich durch Impulse für innovative Problemlösungen in den vergangenen Jahren zunehmend in die Förderung eines Strukturwandels im Wissenschaftssystems ein. In der Studie Transformative Wissenschaft werden die Potentiale und Grenzen dieses Stiftungsengagements diskutiert und Beispiele für herausragendes Stiftungsengagement beschrieben.

„Stiftungen haben Freiräume zum Experimentieren und verstehen sich selbst als >gesellschaftliche Risiko-Kapitalgeber<, sie fördern neue Arten der Wissensgenerierung, neue Arenen der Kommunikation und sind >Convener<, die die Kooperation von Institutionen und Köpfen ermöglichen. (…)“

  • Stiftungen können innovative Impulse in der Förderung von unkonventionellen und riskanteren Forschungsprojekten geben und dabei auch vermeintlich auseinanderliegende Themenstränge sinnvoll zusammenführen.
  • Sie können an der Schnittstele von Hochschule und Gesellschaft entscheidend zu einer Beteiligung der Zivilgesellschaft sowie zu einer daraus folgenden Verschränkung unterschiedlicher Wissensformen beitragen.
  • Sie agieren jenseits der Förderalismus-Zwänge und können daher auch strukturelle Impulse jenseits der klassischen Förderinstrumente an Hochschulen setzen (z.B. transdisziplinär arbeitende Stiftungsprofessuren).
    Stiftungen bringen Aufmerksamkeits- und Reputationskapital ins Wissenschaftssystem ein und können dadurch über ihre finanziellen Mittel hinaus Anreite für ein umfassendes Umsteuern im Wissenschaftssystem setzen.“ (S. 318f.)

Eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Innovationskraft der Wissenschaftsstiftungen findet sich im Buch auf den Seiten 319-322.

Das Buch „Transformative Wissenschaft“ und die begleitende Diskussion zur Weiterentwicklung des deutschen Wissenschaftssystems – eine Übersicht

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Baden-Württembergs Engagement für eine Wissenschaft für Nachhaltigkeit

Baden-Württemberg ist eines der Bundesländer mit einem der leistungsstärksten Wissenschaftssysteme. In den beiden bisherigen Runden der Exzellenzinitiative bewährten sich die Baden-Württemberger Hochschulen und Forschungseinrichtungen signifikant. Die Studie Transformative Wissenschaft skizziert die partizipativ angelegte wissenschaftspolitische Strategie des Bundeslandes.

„Für die Weiterentwicklung seiner diesbezüglichen wissenschaftspolitischen Strategie wählte das Wissenschaftsministerium ein exploratives Vorgehen: Es bekannte sich zur Leitidee einer „Wissenschaft für Nachhaltigkeit“ und dem Anspruch Baden-Württembergs, mit seinem Wissenschaftssystem eine Führungsrolle in diesem Bereich einzunehmen. Die Wissenschaftsministerin setzte im Frühjahr 2012 eine siebenköpfige Expertenkommission „Wissenschaft für Nachhaltigkeit“ ein, die im Laufe eines Jahres Empfehlungen für die Stärkung von Nachhaltigkeit in Forschung, Lehre und Betrieb von Hochschulen und Wissenschaft erarbeiten sollte“ (S. 342)

Eine weitergehende Beschreibung der wissenschaftspolitischen Steuerungsansätze Ansätze Baden-Württembergs findet sich im Buch auf den Seiten 341-343.

Das Buch „Transformative Wissenschaft“ und die begleitende Diskussion zur Weiterentwicklung des deutschen Wissenschaftssystems – eine Übersicht

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Ist ein Umsteuern im Wissenschaftssystem überhaupt möglich?

Ein Umsteuern des Wissenschaftssystems ist auf der Ebene einzelner Organisationen, Bundesländer oder des gesamten Bundes möglich. Die Studie Transformative Wissenschaft skizziert erfolgreiche und mögliche Steuerungsimpulse auf allen Ebenen und beschreibt die Pioniere und Motoren dieser Veränderung.

„Die zweite Auflage des Buches schließt mit einem Fazit nach vier Jahren „Aktionsforschung“ und „teilnehmender Beobachtung“ im Wissenschaftssystem als einem der vermutlich besonders veränderungsresistenten Subsysteme unserer Gesellschaft. Die Erfahrungen der letzten Jahre und die überraschend intensive Aufnahme von einzelnen Impulsen hat zu einigen interessanten Einblicken über Veränderungsmöglichkeiten des Wissenschaftssystems geführt (…) Umsteuern im Wissenschaftssystem ist möglich – aber es wird ein langer Weg. Die Herausforderungen, vor denen moderne Gesellschaften stehen, machen es lohnenswert, diesen Weg auch in den kommenden Jahren weiter zu gehen“ (S. 374ff.).

Ein ausführliches Fazit zu den Potentialen und Grenzen eines Umsteuerns im Wissenschaftssystem findet sich im Buch auf den Seiten 374-376.

Das Buch „Transformative Wissenschaft“ und die begleitende Diskussion zur Weiterentwicklung des deutschen Wissenschaftssystems – eine Übersicht

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