Science about & for Sustainability – Empfehlungen der UNESCO im Kontext Nachhaltiger Wissenschaft

Die UNESCO setzt sich zunehmend für eine Wissenschaft über und für Nachhaltigkeit ein – dies wird im aktuellen Newsletter der UNESCO Wissenschaftsprogramme deutlich. Thematisiert werden hier auch instittutionelle Veränderungen, die im Wissenschaftssystem notwendig sind um eine Wissenschaft über Nachhaltigkeit zu ermöglichen. Im Mai hielt ein Mitglied des Fachausschusses Wissenschaft der Deutschen UNESCO Kommission (DUK) einen Vortrag zum Thema „Das europäische Wissens- und Fortschrittsmodell: Am Ende oder am Anfang?“ auf der DUK-Hauptversammlung.

Darüber hinaus wird auf eine Initiative Japans „Sustainability Science“ international als neues strukturierendes Element der Wissenschaftsprogramme der UNESCO eingeführt. Anfang April organisierte die UNESCO dazu eine internationale Tagung „A science based approach to realise the future we want for all“ in Kuala Lumpur/ Malaysia, auf der eine erste Operationalisierung dieses Vorschlag versucht wurde. Die zehn Empfehlungen, die auf der Konferenz veröffentlicht wurden, können Sie hier herunterladen.

Nachhaltige Wissenschaft – Wie kommen wir voran? Dokumentation zur Veröffentlichung des Memorandums der Deutschen UNESCO Kommission

Zuerst erschienen bei: www.unesco.de

Memorandum Forschung für nachhaltige Entwicklung in Berlin vorgestellt

Der Vorstand der Deutschen UNESCO-Kommission (DUK) hat das Memorandum „Wissenschaft für Nachhaltigkeit“ aus Anlass des Wissenschaftsjahres 2012 verabschiedet und am 14. Juni in Berlin vorgestellt. Vertreter aus Wissenschaft, Verbänden und Politik diskutierten über die Forderungen ( begleitende Broschüre).

Prof. Dr. Gerd Michelsen, Vorsitzender des Fachausschusses Wissenschaft der Deutschen Wissenschaft und einer der Autoren des Memorandums, stellte die Forderungen des Memorandums zusammenfassend vor. Anschließend diskutierten auf dem Podium Dr. Thomas Jahn, Prof. Dr. Thomas Lang und Dr. Lutz Möller über die Forderungen. Daniel Lang hat den ersten deutschen Lehrstuhl für transdisziplinäre Forschung an der Uni Lüneburg inne, Thomas Jahn ist Sprecher der Institutsleitung am ISOE in Frankfurt und leitet dort den Forschungsschwerpunkt „Transdisziplinäre Konzepte und Methoden“. Lutz Möller ist Fachbereichsleiter der DUK. Trotz kurzfristiger Absagen aus Ministerien und Bundestag entwickelte sich eine äußerst lebhafte, kenntnisreiche und neue Bezüge eröffnende Diskussion mit dem Publikum. Heike Leitschuh moderierte die Veranstaltung in der „Denkerei“ in Berlin-Kreuzberg gewohnt gekonnt.

Worüber sprechen wir?

Ausgangspunkt der Wissenschaft für Nachhaltigkeit ist, dass trotz gegenteiliger Vermutung ganz grundlegende Fragen der Wechselwirkung von menschlichem Handeln und natürlichen Systemen und den entsprechenden Transformationsprozessen bislang nicht verstanden sind – es geht also um wissenschaftliche und nicht nur um gesellschaftliche Herausforderungen. Ein Beispiel ist die Frage warum die steigende Umweltwahrnehmung nicht zu anderen Verhaltensarten führt. Ein anderes Beispiel lautet, wie Transformationsprozesse überhaupt funktionieren. Transdisziplinäre und sozial-ökologische Forschung forscht gerade oft auch über die Forschung selbst, was anders und besser geforscht hätte werden können.


Transdisziplinäre Wissenschaft zielt ab auf die Etablierung neuer Organisations- und Bewertungsformen der Forschung, neuer Karrieremöglichkeiten und einer neuen Bewertung des gesellschaftlichen Nutzens. Es geht nicht um eine „systemsprengende Revolution“, sondern um die bewusste Gestaltung eines bereits laufenden, eher zufällig oder ungerichtet stattfindenden Transformationsprozesses des Wissenschaftssystems selbst.

„Hochschulen für eine nachhaltige Entwicklung“ – Eine Broschüre gibt Orientierungshilfe –

In Deutschland beginnen jedes Jahr knapp 400.000 neue Studierende an 400 Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen ihr Studium. Ein Ziel der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ist es, ihre Lehrpläne dauerhaft um das Konzept der Nachhaltigkeit zu bereichern.Einige Studien- und Promotionsprogramme existieren bereits. Forschung, Lehre und Betrieb der Hochschule müssen jedoch Hand in Hand gehen, wenn das Konzept ganzheitlich umgesetzt werden soll.

Die neue Broschüre der AG „Hochschule und Nachhaltigkeit“ der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung zeigt deshalb nicht nur die akademische Leistungsfähigkeit verschiedener Initiativen auf, sondern nennt auch hilfreiche Quellen, Netzwerke und Beispiele aus dem Alltag, etwa in den Bereichen Energieeffizienz und Klimaneutralität.

Sie bietet außerdem eine Checkliste, die es erleichtert, eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie in Hochschulen zu implementieren: Wie viele Schritte auf dem Weg zu einer verantwortungsbewussten und nachhaltigeren Hochschule wurden schon zurückgelegt? Welche weiteren Schritte können gegangen werden? Wie kann das Nachhaltigkeitsengagement sichtbarer gemacht werden?


Ein kleiner Einblick aus der Broschüre:

STUDIERENDE FÜR NACHHALTIGKEIT AN HOCHSCHULEN

Für eine Hochschullandschaft in nachhaltiger Entwicklung!

Forderungspapier des Netzwerks studentischer Nachhaltigkeitsinitiativen


FORSCHUNG FÜR EINE NACHHALTIGE ENTWICKLUNG

Nachhaltigkeitsforschung: Was können Hochschulen tun?


LEHRE FÜR EINE NACHHALTIGE ENTWICKLUNG

Ansatzpunkte in Studium und Lehre


Die Virtuelle Akademie Nachhaltigkeit

Ein Angebot innovativer Lehrveranstaltungen für eine nachhaltige Entwicklung


GEMEINSAME ERKLÄRUNG

Hochschulen für nachhaltige Entwicklung ?
Erklärung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und der Deutschen UNESCO-Kommission (DUK) zur Hochschulbildung für nachhaltige Entwicklung


BETRIEB DER HOCHSCHULE

Nachhaltige Entwicklung im Betrieb der Hochschulen


NACHHALTIGE WISSENSCHAFT IM NETZ

Blog Nachhaltige Wissenschaft


PROFILBILDUNG UND NETZWERKE FÜR EINE NACHHALTIGE ENTWICKLUNG

Heraus aus der Nische ? 
Profilbildung und Netzwerke als Katalysatoren für die Weiterentwicklung des Wissenschaftssystems


EIN BUNDESLAND UNTERSTÜTZT SEINE HOCHSCHULEN

Hochschulen als Antreiber für nachhaltige Entwicklung


TRANSDISZIPLINÄRE FORSCHUNG

Hochschulen und nachhaltige Entwicklung in der Region


NACHHALTIGKEITSBEWERTUNG

Nachhaltigkeitsbewertung von Hochschulen


NACHHALTIGKEITSSELBSTTEST

Nachhaltigkeit in der Hochschule: Ein Konzept für die interne Selbstüberprüfung

Skizzenblätter für den ersten Selbsttest

 

5. internationale Barcelona-Konferenz des „Global University Network on Innovation“ (GUNI) widmet sich dem Thema „Higher Education´s Commitment to Sustainability: from Understanding to Action“

Die 5. Barcelona-Konferenz des GUNI-Netzwerkes ist vom 23.-25.11.2010 dem Thema Nachhaltigkeit im Hochschulsektor gewidmet. Das GUNI-Netzwerk wurde 1999 von der UNESCO, der United Nations University (UNU) und der technischen Universität von Katalonien (UPC) im Jahr 1999 im Anschluss an die UNESCO-Weltkonferenz on „Higher Education“ im Jahr 1998 gegründet. Es setzt sich aus den weltweiten UNESCO-Lehrstühlen zusammen und umfasst 179 Institutionen aus 68 Ländern. Ziel des GUNI-Netzwerk ist es, die Rolle der Higher Education in der Gesellschaft zu stärken.

Die 5. Barcelona-Konferenz wird einen umfassenden Überblick über den Stand der Nachhhaltigkeitsorientierung im Hochschulsektor in allen Weltregionen geben und zukünftige Perspektiven aufzeigen.