Rückblick auf Sustainability Summit in Lüneburg

Der Leuphana Sustainability Summit vom 29.02. bis 02.03.2012 brachte knapp 300 Teilnehmer_innen aus 50 verschiedenen Ländern an der Universität Lüneburg zusammen. Die Konferenz war eine Veranstaltung der Reihe „Transformatives Wissen schaffen“ im Wissenschaftsjahr 2012 „Zukunftsprojekt Erde“. Mit der Reihe fragen die Initiatoren (NaWis-Verbund und Ecornet) nach der Motorfunktion der Wissenschaft auf dem Weg zu einer gesellschaftlichen Transformation in Richtung Nachhaltiger Entwicklung.

Eröffnet wurde der erste Konferenztag mit einer Podiumsdiskussion zu den Herausforderungen einer Politik für Nachhaltigkeit im 20. Jahr nach Rio an der u.a. Tim Jackson, Angelika Zahrnt und Jürgen Maier teilnahmen. Am Nachmittag wurden die theoretischen und praktischen Anforderungen an eine transdisziplinäre Wissenschaft diskutiert (u.a. mit Beiträgen von Thomas Jahn, Arnim Wiek und Roland W. Scholz ). Arnim Wiek von der School of Sustainability der Arizona State University plädierte für eine Wissenschaft, die aus den Laboren geht und verlernt, was einer Zusammenarbeit mit der Gesellschaft im Weg steht.

Insbesondere am zweiten Konferenztag erörterten die internationalen Experten in einer Reihe von Workshops zu den Themen Biodiversität, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Nachhaltigkeitspolitik und Transdisziplinarität intensiv den „state of the art“ und machten gleichzeitig immer wieder auf Best- Practice Beispiele im Feld aufmerksam.

Neben der Zusammenfassung der Workshop-Ergebnisse am Morgen des dritten Konferenztages, wurde in den letzten Keynotes des Summits noch einmal die Rolle und Verantwortung von Wissenschaft thematisiert. Aus dem internationalen Kontext präsentierten sich Vorreiterinstitutionen (University of British Columbia/ Kanada), die mit ihrer Arbeit explizit einen „sozialen Wandel“ zum Ziel haben. Neben diesem Wandel, den jede einzelne Organisationen im Wissenschaftssystem anstoßen kann, betonte UBA-Präsident Jochen Flasbarth die Aufgabe von Wissenschaftler_innen: Diese sollten vor allem ihre Ergebnisse in der Komplexität reduzieren und Ratschläge für politische Entscheidungsprozesse möglichst einfach kommunizieren. „Bürokraten können viel mehr verändern, als sie manchmal vorgeben.“

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass auch der Leuphana Sustainability Summit im Zeichen der Veränderung stand: die gewaltigen Herausforderungen einer Nachhaltigen Entwicklung fordern statt des häufig betriebenen „blame games“ ein „mutual learning“ – ein gemeinsames Lernen aller Akteure aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Daher sprachen die anwesenden Wissenschaftler_innen sich für die Schaffung einer durchsetzungsfähigen Weltumweltorganisation und eines Weltrates Nachhaltigkeit aus, wie es in der Pressemitteilung der Leuphana Universität Lüneburg heißt.

Alle Veranstaltungen der Reihe „Transformatives Wissen schaffen“ finden Sie hier.

Auftaktveranstaltung zur Reihe „Transformatives Wissen schaffen“ mit den Wissenschaftsministerinnen Svenja Schulze/NRW und Theresia Bauer/Baden Württemberg am 06.02.2012 in Berlin

Die Auftaktveranstaltung leitet die Initiative „Transformatives Wissen schaffen“ für das vom BMBF ausgerufene Wissenschaftsjahr „Nachhaltigkeit/Zukunftsprojekt Erde“ ein. Sie ist gleichzeitig der erste größere öffentliche Auftritt der NaWis-Runde sowie des Ecological Research Networks (Ecornet) der freien Umweltforschungsinstitute. Die Veranstaltung findet in der Landesvertretung NRW unter Teilnahme der Wissenschaftsministerinnen des Landes NRW und des Landes Baden Württemberg statt. Die Veranstaltung gibt einen Überblick über den Stand und Herausforderungen an Wissenschaft und Wissenschaftssystem, um die Transformation zu einer Nachhaltigen Entwicklung aktiv zu unterstützen.

Programm (Stand 31.01.2012)

11:15 Uhr: Begrüßung durch die Gastgeber der Veranstaltung

Vorstellung der Initiative „Transformatives Wissen schaffen“ im Wissenschaftsjahr 2012

11:30 Uhr: Einstimmung in den Tag – Prof. Dr. Uwe Schneidewind (für das NaWis-Netzwerk und EcoRNet)

11:45 Uhr: Podiumsdiskussion zur Initiative mit den Initiatoren (Moderation: R. Andreas Kraemer/ Ecologic Institut)

  • Prof. Dr. Alexander Roßnagel/ Universität Kassel
  • Dr. Thomas Jahn/ ISOE
  • Michael Sailer/  Öko-Institut
  • Reiner Braun/ Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW)
  • Stephan Ertner/ Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden- Württemberg

13:00 Uhr: Mittagspause 

Anforderungen an eine transformative Wissenschaft

14:00 Uhr: Die Zivilgesellschaft als wissenschaftspolitischer Akteur
Moderierte Podiumsdiskussion –
(Moderation: R. Andreas Kraemer/ Ecologic Institut)

  • Prof. Dr. Angelika Zahrnt/ Rat für Nachhaltige Entwicklung
  • Prof. Dr. Wilfried Kühling/ BUND
  • Reiner Hoffmann/ IGBCE NRW
  • Dr. Steffi Ober/ Nabu
  • Alejandro Esguerra/Initiative Greening the University/Tübingen

15:15 Kaffeepause

15:30 Uhr Anforderungen und Best Practices einer transformativen Wissenschaft – moderierte Podiumsdiskussion

(Moderation: Thomas Korbun/ IÖW)

  • Prof. Dr. Claus Leggewie/ WBGU
  • Prof. Dr. Daniel Lang/ Leuphana Universität Lüneburg
  • Dr. Matthias Bergmann/ ISOE
  • Dr. Marie Loibl/ Sparkling Science – Österreich
  • Ute Zander/ VISION RD4SD
  • Thorsten Menne/ Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW – Initiative Fortschritt NRW

16:30 Kaffeepause

Öffentliche Nachmittags-/Abendveranstaltung

17:00 Uhr: Begrüßung durch die Veranstalter – Prof. Dr. Uwe Schneidewind (Nawis-Runde und das EcoRNet) und Dr. Mario Tobias (IASS) 

17:15 Uhr: Grand Challenges als Grundlage künftiger Innovationspolitik – das Beispiel NRW/Svenja Schulze – Wissenschaftsministerin des Landes NRW

17:40 Uhr: Wissenschaft für Nachhaltigkeit – Ausblick auf die Wissenschaftsintiative in Baden Württemberg/Theresia Bauer – Wissenschaftsministerin des Landes Baden Württemberg

18:00 Uhr Perspektiven einer transformativen Wissenschaft – wie bringen wir ökologischen, sozialen und ökonomischen Fortschritt zusammen?
Podiumsdiskussion mit (Moderation: Thomas Korbun/ IÖW)

  • Svenja Schulze/  Wissenschaftsministerin des Landes NRW
  • Theresia Bauer/ Wissenschaftsministerin der Landes Baden Württemberg
  • Prof. Dr. Hubert Weiger/ Vorsitzender des BUND
  • Kathrin Menges/ Vorstand, Henkel AG & Co. KGaA
  • Prof. Dr. Dirk Messner/ WBGU

19:30 Uhr: Schlusswort und Empfang in der Landesvertretung

Anfahrt: http://www.mbem.nrw.de/landesvertretungen/landesvertretung-berlin/service-landesvertretung.html

Anmeldung:
Anmeldungen bitte bis zum 27.01.2012  hier per Mail oder an wissenschaftsjahr2012(at)wupperinst.org.

Programm zum Ausdrucken: Nawis_INV_01_2012_01x

Pressemeldung zum Ausdrucken: Pressemeldungs_Transform_Wissen_7_Feb_2012

Hier geht es zur Übersicht über alle Veranstaltungen der Reihe „Transformatives Wissen schaffen“.

Grenzen überwinden – Gesellschaft und Hochschule gemeinsam gestalten – Tagung in Augsburg am 9./10.11.11

Die Augsburger Projektgruppe „Bildung durch Verantwortung“ veranstaltet gemeinsam mit Partnern von der Universität Duisburg-Essen vom 9. bis zum 10. November 2011 eine Tagung „Grenzen überwinden – Gesellschaft und Hochschule gemeinsam gestalten“ an der Universität Augsburg. Die Tagung wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, durch den Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, durch die Kurt-Bösch-Stiftung zugunsten der Universität Augsburg sowie durch die Gesellschaft der Freunde der Universität Augsburg e.V. finanziell unterstützt. Partner ist darüber hinaus das Hochschulnetzwerk „Bildung durch Verantwortung“, dem die Universität Augsburg im Rahmen der Tagung beitreten wird und dem bisher schon 10 Hochschulen (darunter z.B. die Leuphana-Universität Lüneburg) angehören.

Die Tagung widmet sich dem als „dritter Mission“ bezeichneten Aufgabenfeld für Hochschulen: Die Ansatzpunkte dieses neuen Feldes reichen von Civic Engagement, Community Outreach, Community Service, Community Based Research, Service Learning bis zu Social Entrepreneurship. Ziel der Tagung Augsburger Tagung „Mission Gesellschaft“ ist es, die in dem von diesen Begriffen abgesteckten Feld tätigen Akteure zusammenzubringen, um ihnen die Möglichkeit zu bieten, ihre jeweiligen Erfahrungen auszutauschen, über Chancen und Herausforderungen zu diskutieren

Weitere Informationen zur Tagung sind abzurufen unter: http://idw-online.de/de/news448271

Verbund für Nachhaltige Wissenschaft (NaWis) – Netzwerk zur Stärkung der Nachhaltigkeits-Wissenschaften

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Die Universität Kassel, die Leuphana Universität Lüneburg und das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH haben sich zur NaWis-Runde zusammengeschlossen. Seit dem 01.01.2012 ist auch das Institute for Advanced Sustainability Studies Mitglied der NaWis-Runde. Ziel des Verbundes ist die Förderung transdisziplinärer Nachhaltigkeitswissenschaft im deutschen Wissenschaftssystem – sowohl in Hochschulen als auch in außeruniversitären Forschungseinrichtungen.

Klima- und Umweltherausforderungen sprengen schon lange Disziplinengrenzen. Sie erfordern eine enge Zusammenarbeit von Natur- und Technik- mit Sozial- und Geisteswissenschaften. Nur so lassen sich Übergänge zu einer nachhaltigen Gesellschaft gestalten. International entwickeln sich viele Initiativen für eine inter- und transdisziplinäre Nachhaltigkeitswissenschaft. Im deutschen Wissenschaftssystem steht diese noch am Anfang.

Hier setzt die von den Universitäten Kassel und Lüneburg, dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie sowie dem Institute for Advanced Sustainability Studies getragene „NaWis“-Runde an. Sie wird von vier führenden Wissenschaftseinrichtungen im Bereich der Nachhaltigen Wissenschaft getragen.

Schon heute arbeiten die vier Trägerinstitutionen auf Schlüsselfeldern der Nachhaltigkeitswissenschaft zusammen, wie z.B.

  • der Klimaanpassungsforschung,
  • dem Ausbau regenerativer Energiezeugung,
  • die nachhaltige Gestaltung von Ressourcen- und Stoffströmen,
  • nachhaltige Prozesse auf Stadtebene bzw. Nachhaltigkeitsstrategien von Städten

In Zukunft plant die NaWis-Runde u.a.

  • gemeinsame Forschungsprojekte, Graduiertenkollegs und Lehrangebote zu initiieren,
  • die Konzepte und Methoden einer transdisziplinären Nachhaltigkeitswissenschaft weiterzuentwickeln,
  • gemeinsam Foren und Tagungen zur Weiterentwicklung einer transdisziplinären Nachhaltigkeits-Wissenschaft im deutschen Wissenschaftssystem zu veranstalten und
  • Positionen zur institutionellen und wissenschaftspolitischen Weiterentwicklung einer Nachhaltigkeits-Wissenschaft in Deutschland zu entwickeln.

Als deutscher Herausgeberkreis der -transdisziplinär ausgerichteten- Zeitschrift GAIA verfügt die NaWis-Runde über eine Publikationsplattform.

Eine Erweiterung des Netzwerkes um weitere Institutionen in den kommenden Jahren ist geplant. 

Weitere Hintergrundinformationen zur NaWis-Runde: Homepage der NaWis-Runde

Institutionen für eine transformative Forschung – GAIA-Beitrag zur Konstituierung der NaWis-Runde

In der aktuellen Ausgabe 2/2011 der Zeitschrift GAIA ist der Beitrag (Download siehe unten) „Institutionen für eine transformative Forschung – zur Gründung der NaWis-Runde“ von Uwe Schneidewind, Andreas Ernst und Daniel Lang erschienen. Der Beitrag zeigt die Notwendigkeit institutioneller Veränderungen im Wissenschaftssystem auf, um den Anforderungen einer Nachhaltigen Entwicklung gerecht zu werden – ähnlich wie dies gerade der Wissenschaftliche Beirat Globale Umweltveränderungen (WBGU) in seinem aktuellen Hauptgutachten eingefordert hat. Mit der NaWis-Runde, die von den Universitäten Kassel und Lüneburg sowie dem Wuppertal Institut initiiert wurde und die seit 2011 der deutsche Träger der Zeitschrift GAIA ist, soll dazu ein Beitrag geleistet werden.

Der GAIA-Beitrag steht hier zum Download bereit: 110614-GAIA-NaWis-definitiv mit Titelblatt

Kurzporträts und Nachhaltigkeitsprofil der an der NaWis-Runde beteiligten Institutionen

Anbei finden sich Kurzporträts der an der NaWis-Runde beteiligten Wissenschaftseinrichtungen:

Universität Kassel
Die Universität Kassel – 1971 im Zuge der Bildungsreformen als eigenständiges Gesamthochschulmodell gegründet – ist geprägt durch einen in Deutschland ungewöhnlich vielschichtigen Verbund von Kompetenzen, die sich auf Natur und Technik, Kultur und Gesellschaft konzentrieren. Das Fundament interdisziplinär entwickelter Innovation bilden starke Fach disziplinen, deren besonderes Leistungsspektrum von der Grundlagenforschung bis zur Anwendung reicht. Strategische Partnerschaften mit führenden Forschungs-Instituten und Wissenschafts-Partnern im In- und Ausland stärken ihre Position im nationalen und internationalen Wettbewerb.

Umweltbezüge spielen seit der Gründung der Universität Kassel eine wichtige Rolle: Über 60 Professuren und etwa 250 weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler forschen gemeinsam mit Kooperationspartnern an der Universität Kassel in Fachbereichen, Instituten und einer Anzahl von Forschungsschwerpunkten zu Umweltthemen. Mit über 200 umweltbezogenen Lehrveranstaltungen pro Studienjahr, 19 Studiengängen mit Abschlüssen zu Umweltthemen, vielfältigen Promotionskollegs, Zusatzqualifikationsmöglichkeiten, weiterbildenden Studienprogrammen und Qualifizierungsangeboten für internationale Studierende nimmt die Universität Kassel eine Spitzenposition in Sachen Umweltforschung und –lehre ein.

An der Universität Kassel studieren rund 20.000 Studierende. Die Universität beschäftigt 2500 Menschen, davon knapp über 300 Professorinnen und Professoren.

Leuphana Universität Lüneburg
Die Leuphana Universität versteht sich als öffentliche Universität für die Zivilgesellschaft des 21. Jahrhunderts. Ihr deutschlandweit einmaliges Studienmodell mit international üblichen Bachelor- und Masterabschlüssen, ausgewiesenen Forschungsschwerpunkten und einer engen Kooperation mit gesellschaftlichen wurde mehrfach ausgezeichnet. Kernbestandteile sind das College für das Erststudium, die Graduate School mit verzahnten Master- und Promotionsprogrammen sowie die Professional School für berufliche Weiterbildung und Wissenstransfer. Vier Wissenschaftsinitiativen prägen das fachliche Spektrum der Hochschule: Nachhaltigkeitsforschung, Bildungsforschung/Lehrerbildung, Management und unternehmerisches Handeln sowie Kulturforschung.

Zum 01. Oktober 2010 hat die Leuphana als erste deutsche Universität eine Fakultät Nachhaltigkeit eingerichtet. Als Träger der universitätsweiten Wissenschaftsinitiative Nachhaltigkeitsforschung beschäftigt sich die Fakultät mit Bedingungen und Chancen einer nachhaltigen Entwicklung. Die Fakultät verbindet dazu Human- und Naturwissenschaften mit derzeit etwa 25 Professuren aus den Disziplinen Chemie, Informatik, Kommunikation, Management, Ökologie, Philosophie, Planung, Politik, Psychologie, Recht, Technik und VWL. Transdiziplinarität kennzeichnet die Arbeitsweise der Fakultät in Forschung und Lehre.

Symbol der Neuausrichtung der Leuphana ist das geplante zukunftsweisende Zentralgebäude nach Entwürfen des international renommierten Architekten Daniel Libeskind. Mit einem Innovations-Inkubator stärkt die Universität Forschungs- und Wirtschaftspotenzial des Wissenschaftsstandorts Lüneburg. Der Inkubator ist derzeit europaweit das größte Regionalentwicklungsprojekt durch Wissenschaft. Es hat ein Volumen von rund 100 Millionen Euro und wird durch die Europäische Union gefördert.

An der Leuphana studieren 7.000 junge Menschen. Rund 450 der 800 Leuphana-Beschäftigten sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, davon 150 Professorinnen und Professoren.

Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH
Das Wuppertal Institut erforscht und entwickelt Leitbilder, Strategien und Instrumente für Übergänge zu einer nachhaltigen Entwicklung auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene. Im Zentrum stehen Ressourcen-, Klima- und Energieherausforderungen in ihren Wechselwirkungen mit Wirtschaft und Gesellschaft. Die Analyse und Induzierung von Innovationen zur Entkopplung von Naturverbrauch und Wohlstandsentwicklung bilden einen Schwerpunkt seiner Forschung.

Nachhaltige Entwicklung bedarf eines integrierten Politik- und Wissenschaftsansatzes. Denn die Fragestellungen einer zukunftsfähigen Entwicklung sind häufig nicht innerhalb von Ressortgrenzen oder einzelner wissenschaftlicher Disziplinen zu beantworten. Hier setzt das Forschungsprogramm des Wuppertal Instituts an. Es baut auf interdisziplinäres und am Systemverständnis orientiertes Arbeiten auf. Das Wuppertal Institut sieht sich seit seiner Gründung im Jahr 1991 der anwendungsorientierten Nachhaltigkeitsforschung verpflichtet.

Das Wuppertal Institut beschäftigt rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und wird in der Rechtsform der gemeinnützigen GmbH geführt. Es erhält eine Grundfinanzierung vom Land Nordrhein-Westfalen. Den größten Teil seines Budgets von rund 11 Mio. Euro erwirtschaftet das Institut mit extern finanzierten Projekten.

IASS, Potsdam (ab 01.01.2012)
Ab dem 01.01.2012 tritt das Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) der NaWis-Runde als viertes Kernmitglied unter Leitung von Exekutivdirektor Klaus Töpfer bei.

Die Anregung des Nobelpreisträger-Symposiums „Global Sustainability – A Nobel Cause“ und die Aufforderung durch die Bundesregierung beim nachfolgenden Klimaforschungsgipfel im Oktober 2007 aufgreifend, hat die Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen ein Konzept zur Schaffung eines interdisziplinären, interaktiven und internationalen Elite-Instituts für Nachhaltigkeitsforschung erarbeitet (Institute for Advanced Sustainability Studies – IASS).

Dieses Institut soll anspruchsvolle und neuartige Ansätze zu hochrelevanten Nachhaltigkeitsthemen wie Klimastabilität, Energiesicherheit, Ressourceneffizienz, umwelt- und sozialverträgliche Wirtschaftsdynamik, Koevolution urbaner und ruraler Räume und nachhaltige technologische Entwicklungen erschließen. Zudem soll das IASS einen zentralen Beitrag zur Entwicklung einer nationalen Forschungsstrategie zum Klimaschutz leisten und sich mit der ökologischen, ökonomischen und gesellschaftspolitischen Dimensionen einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Klima- und Erdsystemforschung einbringen. Dabei soll das Institut herausragende Beiträge zum wissenschaftlichen Fortschritt leisten und als Drehkreuz des strategischen Dialogs zwischen Forschung, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zur Meinungsbildung beitragen.

Abschlusstagung des Projektes BINK – Bildungsinstitutionen und nachhaltiger Konsum am 01.04.2011 in Lüneburg

Wie können Bildungseinrichtungen zu Orten werden, die jungen Menschen eine kritische Reflexion ihres eigenen Konsumverhaltens ermöglichen und gleichzeitig Alternativen eines nachhaltigen Konsums aufzeigen?

Dieser Frage stellten sich im Rahmen des Projektes BINK (BIldungsinstitutionen und Nachhhaltiger Konsum) WissenschaftlerInnen und BildungspraktikerInnen. Die Ergebnisse des Projektes sowie Ansätze konkreten Handelns sollen ausgehend von der Abschlusstagung nun auch Wege die (hoch)schulische Praxis finden.

Akteure aus der Praxis, Lehrkräfte und Entscheidungsträger aus Schul- und Hochschulverwaltung sowie alle Interessierten sind herzlich eingeladen auf der Tagung praxisnahe Ergebnisse und zukünftige Handlungsmöglichkeiten zu diskutieren. Eine Messe regionaler Möglichkeiten: Nachhaltige Ernährung soll gleichzeitig die Möglichkeit bieten, direkt mit regionalen Anbietern aus dem Naturkostbereich in Kontakt zu kommen.

Weitere Informationen über das Projekt sowie das aktuelle Programm der Tagung finden Sie hier.

Stimmen zur Gründung der NaWis-Runde

Anbei ausgewählte Stimmen zur Gründung der NaWis-Runde:

Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep/Präsident der Universität Kassel:
„Die Universität Kassel zählt sicher zu den Vorreiterhochschulen im Feld interdisziplinärer Umweltwissenschaften. Wir haben unsere entsprechenden Forschungs- und Lehraktivitäten schon früh über Fachgrenzen hinweg gebündelt. Die Kooperation im NaWis-Verbund eröffnet unseren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern nun neue Synyergien“

Prof. Dr. Sascha Spoun, Präsident der Leuphana Universität Lüneburg:
„Die Leuphana ist mit der Gründung einer eigenen Fakultät für Nachhaltigkeit die erste deutsche Universität, die eine transdisziplinäre Ausrichtung auch konsequent in ihrer organisatorischen Struktur umsetzt. Die Zusammenarbeit mit anderen Vorreiterinstitutionen im Rahmen des NaWis-Verbundes stärkt unsere Aktivitäten.“

Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Institutes:
„Die NaWis-Runde ist ein Nukleus, um die Nachhaltigkeitswissenschaften in Deutschland insgesamt weiter auszubauen. Das Netzwerk soll sich in den kommenden Jahren um weitere Schlüsseleinrichtungen in anderen Bundesländern erweitern.“

Svenja Schulze, Wissenschaftsministerin des Landes Nordrhein Westfalen:
„Nordrhein Westfalen verfügt über hervorragende wissenschaftliche Potenziale, um Beiträge zur Transformation zu einer klimagerechten und nachhaltigen Welt zu leisten. Mit unserer Initiative Fortschritt.NRW wollen wir u.a. zu den dafür notwendigen interdisziplinären Brückenschlägen beitragen. Die NaWis-Runde setzt länderübergreifend auf eine Vernetzung der entsprechenden Vorreitereinrichtungen im Wissenschaftssystem. Das begrüßen wir ausdrücklich.“

Wissenschaftsrat legt seine Empfehlungen zur Differenzierung von Hochschulen vor – nur zaghafte Brücken zu gesellschaftsorientierten Wissenschaftsprofilen

In seiner Herbstsitzung (10.-12.11.2010 in Lübeck) hat der Wissenschaftsrat u.a. seine „Empfehlungen zur Differenzierung der Hochschulen“ verabschiedet. In seinen Empfehlungen plädiert der Wissenschaftsrat für mehr Mut zu Differenzierung im deutschen Hochschulsystem. Die Hochschultypen Universität und Fachhochschule in ihrer bisherigen Form allein reichen aus Sicht des Wissenschaftsrates nicht mehr aus, um die gewachsene Vielfalt der individuellen und gesellschaftlichen Erwartungen an akademische Einrichtungen erfüllen zu können. Es seien mehr alternative Hochschulformen notwendig. In seinem Gutachten (S. 110 f.) weist der Wissenschaftsrat dann auch knapp 30 Hochschulbeispiele aus, die heute schon in Deutschland als „institutionelle Sonderformate“ in „Abweichung vom institutionellen Regelfall“ gelten können – dabei auch mehrere themenfokussierte Hochschulen wie z.B. die Hafen City Univercity (HCU) oder die Hertie School of Governance. Insgesamt wird das Potenzial einer gegenstandsbezogenen Differenzierung von Hochschulen anhand von gesellschaftlichen Herausforderungen nur am Rande adressiert (vgl. S. 38 der Stellungnahme). So heißt es lediglich in einer Fußnote auf S. 38 „International lassen sich vereinzelt Experimente mit gegenstandsbezogenen Hochschulen beobachten. Dabei spielen vielfach transdisziplinäre Konzepte und eine Orientierung an großen gesellschaftlichen Herausforderungen eine Rolle. Vgl. exemplarisch die Selbstbeschreibung der Arizona State University in Phoenix.“ Es ist auch die einzige Stelle in dem 150-seitigen Papier, an der der Begriff der „Transdisziplinarität“ auftaucht. „Nachhaltige Entwicklung“ als gesellschaftliche Schlüsselherausforderung für eine mögliche gesellschaftliche Orientierung von Hochschulen wird kein einziges Mal erwähnt. Dies ist umso interessanter als aktuell mehrere Universitäten (wie z.B. die Universität Hamburg in ihrem Exzellenzinitiativenantrag oder die Leuphana Universität Lüneburg) in Deutschland aktuell auf eine Nachhaltigkeits-Orientierung als Differenzierungsstrategie setzen. Am 3.12.2010 wird in Berlin im -Rahmen der Tagung „Hochschulen für eine Nachhaltige Entwicklung“ die Frage eine Rolle spielen, ob die Herausforderung „Nachhaltige Entwicklung“ ein Differenzierungsmerkmal für einzelne Hochschulen oder eine Aufgabe für die gesamte Hochschullandschaft ist.

Tagung „Von der Internationalen Hochschule zur Transkulturellen Wissenschaft“ vom 16.-18.09.2010 in Lüneburg – interessante Impulse für eine „Nachhaltige Wissenschaft“

Vom 16.-18.09.2010 fand in Lüneburg die Tagung „Von der Internationalen Hochschule zur Transkulturellen Wissenschaft“ statt. Hervorragend besetzt (so waren dort neben vielen führenden internationalen Wissenschaftlerinnen u.a. die ehemalige Bundespräsidentin Rita Süßmuth sowie die amtierende DAAD-Präsidentin Sabine Kunst anwesend) wagte die Tagung zehn Jahre nach dem erfolgreichen Projekt der Frauenuniversität auf der Expo 2000 einen Blick auf die Perspektiven einer transkulturellen Wissenschaftsentwicklung. Es wurde deutlich, wie eng die Bezüge zwischen transkultureller Wissenschaft (vgl. z.B. den Beitrag von Mae), Gender- und Diversity-Forschung sowie den Anforderungen an eine transdisziplinäre Nachhaltigkeitswissenschaft sind. Hier bestehen erhebliche Potenziale, das Projekt einer „Nachhaltigen Wissenschaft“ in enger Kooperation dieser Forschungs- und Wissenschaftsbezüge zusammenzubringen. Die Ergebnisse der Tagung werden im nächsten Jahr in einem Buch dokumentiert erscheinen.