Tagung „Wissensintegration“ der DG Humanökologie 24. – 26. Mai 2018

Unter dem Titel: „Transformationswissen integrieren – Wie ‚wirklich‘, ‚wahr‘ und ‚wirksam‘  ist Wissen“ wird auf der Jahrestagung 2018 der Deutschen Gesellschaft für Humanökologie weiter an grundlegenden Fragen der Wissenschaftstheorie und Praxisunterstützung in den Nachhaltigkeitswissenschaften diskutiert. Die Tagung findet zwischen 24. und 26. Mai d.J. in Sommerhausen am Main statt.

Es wird thematisiert, welche Perspektiven es in Wissenschaftstheorie, Wissenschaftsphilosophie, Wissenschaftsgeschichte und Wissenschaftssoziologie für eine (interdisziplinären) Wissensintegration gibt, die auf die Fragestellungen in den Nachhaltigkeitswissenschaften anwendbar sind. Gerade in diesem Bereich sind multi-, inter- und transdisziplinäre Herangehensweisen an Wissensproduktion und Wissensverwendung essentiell. Wie valide, sensitiv, spezifisch und reliabel ist also wissenschaftliche Wissensproduktion? Genügt es, über technisch erhobene Daten, wie beispielsweise über Big Data, die „Wirklichkeit“ abzubilden und daran Eingriffsvorschläge (wie z.B. im Kontext der „smart cities“) auszurichten?

Diese Anfragen an eine Epistemologie und Wissenschaftstheorie der Umweltforschung sollten u.E. angesichts der Vielfalt der Krisen unserer Umwelt genauer beleuchtet werden. Denn wie kann eine geforderte „große Transformation“, die mit der Hoffnung verknüpft ist, die Entwicklung einer nachhaltig agierenden Gesellschaft zu unterstützen, gelingen? Ein solches Projekt vernetztes handlungsrelevantes Wissen auf allen gesellschaftlichen Ebenen und Bereichen, sowohl in akademischen, wie auch in alltagspraktischen Formen. Ökologische Ziele sind dabei neben ökonomischen und sozialen Zielen aufeinander bezogen zu verfolgen und ihre kausale Verwobenheit ist zu beachten.

Etliche Praxisprojekte zur nachhaltigen Entwicklung liegen bereits vor. Es fragt sich: Zeigen diese – durchaus positiv zu bewertenden – regionalen transdisziplinären Projekte eine gelungene Wissensintegration? Und wenn ja, aufgrund welcher Herangehensweise?

Eine Reihe von Fragen …

Für eine transformative Wissenschaft lassen sich zahlreiche Detailfragen ableiten, etwa:

* Wo gibt es konzeptuell und methodisch die größten Probleme der Wissensintegration? Wie gelingen die Verbindung zwischen Ökologie und Ökonomie und jener zwischen Natur- und Sozialwissenschaften? Wie werden unterschiedliche Wissenstypen, z.B. Systemwissen, Strategiewissen, „katalytisches Wissen“ (i. S. von Ortwin Renn), Orientierungswissen (i. S. von Jürgen Mittelstraß) zusammengeführt? Was sind konsistente und praxisrelevante Lösungsvorschläge?
* Wie gelingt die Einbindung praktischen / ethischen Wissens? Wie lassen sich die im Alltagsbewusstsein beobachtbaren Werturteile z.B. hinsichtlich der „gesellschaftlichen Natur-Verhältnisse“ auch theoretisch rechtfertigen? Wie behindern Machtverhältnisse die Wissensintegration?
* Was hält die Menschen von der stärkeren Umsetzung des Nachhaltigkeitswissens in die Lebenspraxis ab?

Auf der Tagung soll diese komplexe Thematik in Form von Keynotes und Vertiefungsworkshops diskutiert werden. U.a. mit Beiträgen von Egon Becker, Christoph Görg, Konrad Ott und Christine von Weizsäcker.

Der Programmentwurf ist hier zu finden; Anmeldung bitte über www.dg-humanoekologie.de