Zentrum für Transformationsforschung TransZent eröffnet

„Mit einer Gründungsfeier wurde die Initiative für ein gemeinsames Zentrum für Transformationsforschung „TransZent“ von der Bergischen Universität Wuppertal und vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie vorgestellt. Die Forschungsarbeit soll sich auf Transformationsprozesse in ausgewählten gesellschaftspolitisch, sozioökonomisch und ökologisch relevanten Feldern konzentrieren, die auf eine qualitative Verbesserung von Nachhaltigkeitsstandards abzielen.
„In Wuppertal wird mit TransZent das erste deutsche Kompetenzzentrum für Transformationsforschung zwischen einer Universität und einer außeruniversitären Forschungseinrichtung geschaffen“, betonte Uni-Rektor Prof. Dr. Lambert T. Koch bei der Begrüßung der Gäste, darunter Vertreter aus Politik und Wirtschaft der Stadt Wuppertal. „TransZent soll als interdisziplinäre Einrichtung fachbereichsübergreifend arbeiten. Die vertiefte Kooperation mit Politik und Zivilgesellschaft ist wichtiges Ziel in der künftigen Arbeit des Zentrums“, so Koch weiter. Svenja Schulze, NRW-Wissenschaftsministerin, begrüßte die Initiative: „Unsere Welt ist im Wandel. Dieser Wandel bringt Herausforderungen mit sich, die sich mit bisherigem Wissen, bekannten Strategien und erprobten Technologien nicht bewältigen lassen. Unsere Forschungsstrategie ‚Fortschritt NRW‘ folgt dem Leitbild einer Wissenschaft, die wieder mehr Verantwortung für die Gesellschaft übernimmt. Das Konzept des Wuppertaler Zentrums zur Erforschung des Wandels ist in diesem Zusammenhang ein wichtiger Beitrag.“

„Im Wuppertaler Zentrum TransZent werden sozialwissenschaftliches und technologisches Systemwissen mit Reallabor-Designs verknüpft“, erläuterten Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Instituts und Prof. Dr. Maria Behrens, Politikwissenschaftlerin von der Universität Wuppertal bei der gemeinsamen Vorstellung der Initiative. Die Ergebnisse aus den vielfältigen Praxisprojekten und Feldexperimenten des Wuppertal Instituts sollen so in die Weiterentwicklung von Modellen, Konzepten und empirischen Methoden einfließen. „Unsere gemeinsame Arbeit wird es sein, Hürden und Gestaltungspotenziale gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Transformationsprozesse in Richtung Nachhaltigkeit zu analysieren, um dann Handlungsempfehlungen zu formulieren“, ergänzten sie.

Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung von Bergische Universität Wuppertal und Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie


Weitere Aktivitäten von Vorreiter-Instituten und Pilothochschulen finden Sie hier.

Wohin läuft das Wissenschaftssystem? – Ein Kommentar zur Veranstaltung am 07.05.2012 im ProjektzentrumBerlin der Stiftung Mercator

Uwe Schneindewind 07.05.12„Wohin läuft das Wissenschaftssystem?“ war die Leitfrage einer Podiumsdiskussion im ProjektZentrum Berlin der Stiftung Mercator am 07.05.12. Sie fand im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Transformatives Wissen schaffen“ statt. Nach dem Reihen-Auftakt im Wissenschaftsjahr mit Vorreiterinstitutionen, der Zivilgesellschaft und insbesondere den Ministerinnen der beiden das Thema vorantreibenden Bundesländer NRW und Baden-Württemberg am 06. Februar in der NRW-Landesvertretung diskutierte diesmal das „etablierte“ nationale Wissenschaftssystem über den Status und die Fähigkeit, die großen gesellschaftlichen Herausforderungen adäquat zu bearbeiten.

Schon die Zusammensetzung der Podiumsrunde war bemerkenswert: Mit dem Hamburger Uni-Präsidenten Dieter Lenzen, dem Leiter der neuen Helmholtz-Allianz zur Energiewende, Armin Grunwald, dem für die gesamte Nachhaltigkeitsforschung zuständigen Abteilungsleiter im Bundesforschungsministerium, Eugen Huthmacher sowie dem Leiter Wissenschaft der – mit ihren aktuellen Energie- und Klima-Projektinitiativen im zweistelligen Millionenbereich Furore machenden – Stiftung Mercator, Wolfgang Rohe, waren zentrale Segmente des Wissenschaftssystems hervorragend repräsentiert. Dagmar Simon, die Leiterin der Wissenschaftssystemforschung am Wissenschaftszentrum Berlin und eine der profundesten Kennerinnen des Systems rundete das Plenum ab. Dass diese Akteure gerne der Einladung einer Veranstaltungsreihe gefolgt sind, die von einer Reihe innovativer und eher unkonventioneller Vorreiterinstituten und –universitäten veranstaltet wird, wäre vor fünf oder gar zehn Jahren kaum vorstellbar gewesen – zu einer Zeit, in der das gesamte Wissenschaftssystem noch im Bann der Exzellenzinitiative stand. Kurz vor Verkündung der Ergebnisse deren letzter Runde am 15.06.2012 und flankiert durch das aktuelle Wissenschaftsjahr zur Nachhaltigkeit scheint es eine neue Nachdenklichkeit über die Perspektiven der Wissenschaftspolitik für die kommenden Jahre zu geben.

Dies spiegelte sich auch in der Zusammensetzung des Publikums wider: Nicht nur zahlreiche Wissenschaftspolitikerinnen und –politiker unterschiedlicher Fraktionen hatten den Weg ins Projektzentrum gefunden, sondern auch die Vertreter mehrerer Landeswissenschaftsministerien. Niedersachsen war gar durch seinen Staatssekretär, Josef Lange, vertreten – der dienstälteste Wissenschafts-Staatssekretär in Deutschland, versehen mit einem sicheren Instinkt für relevante Entwicklungen in der Wissenschaft.

Für einen neuen Vertrag zwischen Wissenschaft und Gesellschaft – Erfolgreiche Auftaktveranstaltung der Initiative Transformatives Wissen schaffen im Wissenschaftsjahr „Zukunftsprojekt Erde“

Die Wissenschaftsministerinnen der beiden großen Wissenschaftsstandorte NRW (Svenja Schulze) und Baden Würtemberg (Theresia Bauer), der Vorsitzende des größten deutschen Umweltverbandes (Hubert Weiger), eine der wenigen Frauen im Vorstand eines DAX-Unternehmen (Kathrin Menges/Henkel) und einer der Autoren des Hauptgutachtens zur „Großen Tranformation“ (Prof. Dr. Dirk Messner/WBGU): besser hätte das Podium der ersten größeren im – vom BMBF ausgerufenenen – Wissenschaftsjahr Nachhaltigkeit/ Zukunftsprojekt Erde organisierten Veranstaltung nicht zusammengesetzt sein, um über den neuen „Vertrag zwischen Wissenschaft und Gesellschaft“ zu diskutieren.

Knapp 200 Teilnehmer besuchten am 06. Februar die Auftaktveranstaltung zur Reihe „Transformatives Wissen schaffen“ in der NRW-Landesvertretung in Berlin.

Die Veranstaltung nahm die Aufforderung des BMBF, das Wissenschaftsjahr „Nachhaltigkeit“, auch für kontroverse Diskussion über die Weiterentwicklung des Wissenschaftssystems zu nutzen, ernst. Mit der fast zeitgleichen Veröffentlichung des wissenschaftspolitischen Positionspapiers des BUND und der Broschüre zu Hochschulen und Nachhaltigkeit der AG Hochschule des Deutschen Unesco Komitees (DUK) brachten zudem zentrale Akteure der Zivilgesellschaft ihre Anforderungen und positiven Beispiele einer Nachhaltigen Wissenschaft in die Auftaktveranstaltung ein.

Die Initiatoren der Reihe – der NaWis-Verbund und das Ecornet – selber Netzwerke der Pioniere einer transdisziplinären Nachhaltigkeitsforschung wollen mit ihrer Reihe „Transformatives Wissen schaffen“ eine Plattform für diese Debatten im Wissenschaftsjahr bieten.

Im ersten Podium stellten die Initiatoren das Anliegen der Reihe vor. Ein Blick auf die Gründungsgeschichte von vielen freien Nachhaltigkeitsforschungsinstituten zeigt, dass Veränderungen des Wissenschaftssystems häufig von außerhalb des Wissenschaftssystems kamen und ein offener Dialog helfen kann, Bewegung im gesamten Wissenschaftssystem auszulösen.

In einem zweiten Podium stellten unterschiedliche Vertreter zivilgesellschaflicher Organisationen ihre Anforderungen ans Wissenschaftssystem vor. Weil Wissenschaft zum großen Teil aus Steuergeldern finanziert würde, sollte sie sich stärker am Gemeinwohl orientieren. Der BUND – größter deutscher Umweltverband – forderte daher eine Wissenschaft für statt über die Gesellschaft : „Public money for public goods“, um auch mutige und unabhängige Forschung voranzubringen.  Auch Studierende positionierten sich als innovative Ideengeber und Pioniere des Wandels, was sich in der Initiative Greening the University beispielhaft zeigt. Sie forderten ihr eigenes Engagment stärker in den Prozess der Umsteuerung des Wissenschaftssystems einzubeziehen und zugleich auch anzuerkennen.

Im dritten Podium lag der Fokus auf länderweiten, nationalen und internationalen Perspektiven einer Transformativen Wissenschaft, bei der die Selbstreflexion des Wissenschaftssystems und die Anerkennung anderer Formen des Wissens im Vordergrund stehen. In Nordrhein-Westfalen wird dieser Prozess in der Fortschrittsinitiative NRW organisiert, bei der ein qualitativer (auf Mensch und Natur ausgerichteter) Fortschritt angesteuert wird. National müsse es um die Entwicklung gemeinsamer methodischer Standards für die transdisziplinäre Forschung bei gleichzeitiger disziplinärer Rückgebundenheit gehen. Die internationalen Impulse zeigten deutlich die Vorreiterschaft anderer Länder und gaben spannende Impulse zur Weiterentwicklung für Deutschland. Der schweizerische Nationalfonds (Pendant zur deutschen DFG) trug durch eine programmunabhängige Förderung transdisziplinärer Projekte entscheidend zu der Verbreiterung nachhaltiger Wissenschaftsprojekte bei. Im österreichischen Projekt Sparkling Sciene wird eine echte Beteiligung von Jugendlichen in der Forschung zu Konsumverhalten praktiziert. Insgesamt ist ein Kreis aus europäischen Experten dabei zu diskutieren, wie eine Forschungsförderung für eine Nachhaltige Entwicklung aussehen kann (RD4SD). Die Atmosphäre des dritten Podiums zeigte deutlich: es gibt hervorragende Beispiele für transdisziplinäre und transformative Wissenschaft, die  aus der Nische  heraus müssen. Für dieses Mainstreaming sind Experimente mutiger Pioniere entscheidend, damit die Akteure durch engagiertes Handeln dazu kommen neues transformatives Wissen zu schaffen.

Die Wissenschaftsministerin von NRW Svenja Schulze als Gastgeberin betonte das starke Signal, das die Veranstaltung durch die Zusammensetzung der Teilnehmer aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft ausstrahle. An verschiedenen Beispielen aus NRW erörterte sie, wie sich wissenschaftspolitische Maßnahmen an den Grand Challenges – den epochalen Herausforderungen der Gesellschaft – orientieren könne. Mit der Fortschritts-Initiative setzt NRW auf eine Innovationsstrategie, die sich an ökologischer Verträglichkeit und sozialer Gerechtigkeit orientiert, bspw. durch die Förderung von klugen Kooperationsstrukturen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft so genannte regionale nnovationsnetzwerke, sowie die Auszeichnung von Pionieren des Fortschritts.

Die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer, griff ein Schlagwort aus dem Gutachten des WBGU auf und forderte einen Umbau aus Einsicht, Umsicht und Vorraussicht. Zur Bewältigung der epochalen Aufgaben habe die Landesregierung das Thema Nachhaltige Entwicklung zur Chef-Sache gemacht und eine Steuergruppe beim Ministerpräsidenten eingerichtet. Dieser Expertenrat soll strategische Handlungsfelder einbgrenzen und innovative Anreize in der Forschungsförderung setzen. Die Wissenschaftspolitik in Baden-Württemberg ziele auf eine Veränderung von Forschung, Lehre und Verwaltung der Institutionen, in der auch die Kooperationen mit zivilgesellschaftlichen Akteuren entscheidend sei. Politische Veränderungen seien dann erfolgreich, wenn sie gesellschaflich vorgedacht seien.

In der anschließenden Podiumsdiskussion mit Vertreter(innen) aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft war man sich nahezu einig, dass das Engagement und der Druck der verschiedenen Akteure in der Vergangenheit dazu geführt hat, dass die Notwendigkeit einer Nachhaltigen Entwicklung in der Mitte von Wissenschaft und Gesellschaft angekommen sei. Jetzt sei die gemeinsame Kernarbeit aller notwendig um die große Transformation in die Breite zu tragen. Dazu seien eine offene, kontroverse und positive Diskussion quer durch die verschiedenen Milieus genauso notwendig wie die Stärkung und der Ausbau der vorhandenen Netzwerke der Vorreiter. Ein nationaler Masterplan für eine transformative Wissenschaft könne für die weitere Diskussion wichtige Impulse setzen.

All dies verspricht eine spannende Perspektive auf die weiteren Veranstaltungen der Reihe „Transformatives Wissen schaffen“ und des Wissenschaftsjahres.

Links zu Berichten über die Veranstaltung

Die Initiatoren der Reihe zusammen mit Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (NRW) und Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Baden Württemberg), Bild: Michael Miethe

Auftaktveranstaltung zur Reihe „Transformatives Wissen schaffen“ mit den Wissenschaftsministerinnen Svenja Schulze/NRW und Theresia Bauer/Baden Württemberg am 06.02.2012 in Berlin

Die Auftaktveranstaltung leitet die Initiative „Transformatives Wissen schaffen“ für das vom BMBF ausgerufene Wissenschaftsjahr „Nachhaltigkeit/Zukunftsprojekt Erde“ ein. Sie ist gleichzeitig der erste größere öffentliche Auftritt der NaWis-Runde sowie des Ecological Research Networks (Ecornet) der freien Umweltforschungsinstitute. Die Veranstaltung findet in der Landesvertretung NRW unter Teilnahme der Wissenschaftsministerinnen des Landes NRW und des Landes Baden Württemberg statt. Die Veranstaltung gibt einen Überblick über den Stand und Herausforderungen an Wissenschaft und Wissenschaftssystem, um die Transformation zu einer Nachhaltigen Entwicklung aktiv zu unterstützen.

Programm (Stand 31.01.2012)

11:15 Uhr: Begrüßung durch die Gastgeber der Veranstaltung

Vorstellung der Initiative „Transformatives Wissen schaffen“ im Wissenschaftsjahr 2012

11:30 Uhr: Einstimmung in den Tag – Prof. Dr. Uwe Schneidewind (für das NaWis-Netzwerk und EcoRNet)

11:45 Uhr: Podiumsdiskussion zur Initiative mit den Initiatoren (Moderation: R. Andreas Kraemer/ Ecologic Institut)

  • Prof. Dr. Alexander Roßnagel/ Universität Kassel
  • Dr. Thomas Jahn/ ISOE
  • Michael Sailer/  Öko-Institut
  • Reiner Braun/ Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW)
  • Stephan Ertner/ Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden- Württemberg

13:00 Uhr: Mittagspause 

Anforderungen an eine transformative Wissenschaft

14:00 Uhr: Die Zivilgesellschaft als wissenschaftspolitischer Akteur
Moderierte Podiumsdiskussion –
(Moderation: R. Andreas Kraemer/ Ecologic Institut)

  • Prof. Dr. Angelika Zahrnt/ Rat für Nachhaltige Entwicklung
  • Prof. Dr. Wilfried Kühling/ BUND
  • Reiner Hoffmann/ IGBCE NRW
  • Dr. Steffi Ober/ Nabu
  • Alejandro Esguerra/Initiative Greening the University/Tübingen

15:15 Kaffeepause

15:30 Uhr Anforderungen und Best Practices einer transformativen Wissenschaft – moderierte Podiumsdiskussion

(Moderation: Thomas Korbun/ IÖW)

  • Prof. Dr. Claus Leggewie/ WBGU
  • Prof. Dr. Daniel Lang/ Leuphana Universität Lüneburg
  • Dr. Matthias Bergmann/ ISOE
  • Dr. Marie Loibl/ Sparkling Science – Österreich
  • Ute Zander/ VISION RD4SD
  • Thorsten Menne/ Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW – Initiative Fortschritt NRW

16:30 Kaffeepause

Öffentliche Nachmittags-/Abendveranstaltung

17:00 Uhr: Begrüßung durch die Veranstalter – Prof. Dr. Uwe Schneidewind (Nawis-Runde und das EcoRNet) und Dr. Mario Tobias (IASS) 

17:15 Uhr: Grand Challenges als Grundlage künftiger Innovationspolitik – das Beispiel NRW/Svenja Schulze – Wissenschaftsministerin des Landes NRW

17:40 Uhr: Wissenschaft für Nachhaltigkeit – Ausblick auf die Wissenschaftsintiative in Baden Württemberg/Theresia Bauer – Wissenschaftsministerin des Landes Baden Württemberg

18:00 Uhr Perspektiven einer transformativen Wissenschaft – wie bringen wir ökologischen, sozialen und ökonomischen Fortschritt zusammen?
Podiumsdiskussion mit (Moderation: Thomas Korbun/ IÖW)

  • Svenja Schulze/  Wissenschaftsministerin des Landes NRW
  • Theresia Bauer/ Wissenschaftsministerin der Landes Baden Württemberg
  • Prof. Dr. Hubert Weiger/ Vorsitzender des BUND
  • Kathrin Menges/ Vorstand, Henkel AG & Co. KGaA
  • Prof. Dr. Dirk Messner/ WBGU

19:30 Uhr: Schlusswort und Empfang in der Landesvertretung

Anfahrt: http://www.mbem.nrw.de/landesvertretungen/landesvertretung-berlin/service-landesvertretung.html

Anmeldung:
Anmeldungen bitte bis zum 27.01.2012  hier per Mail oder an wissenschaftsjahr2012(at)wupperinst.org.

Programm zum Ausdrucken: Nawis_INV_01_2012_01x

Pressemeldung zum Ausdrucken: Pressemeldungs_Transform_Wissen_7_Feb_2012

Hier geht es zur Übersicht über alle Veranstaltungen der Reihe „Transformatives Wissen schaffen“.

Ecological Research Network (Ecornet) – der freien Umwelt-/Nachhaltigkeitsforschungsinstitute in Deutschland

Das „Ecological Research Network“ (Ecornet) versteht sich als Netzwerk von Pioniereinrichtungen einer transdisziplinären Nachhaltigkeitsforschung. Aus den konkreten Herausforderungen der ökologischen und nachhaltigkeitsorientierten Wende ist in den letzten 30 Jahren der Bedarf in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft nach einer Forschung und Forschungseinrichtungen entstanden, die die entsprechenden Transformationsprozesse wissenschaftlich begleiten und befördern. Durch die existierende Wissenschaftslandschaft konnte dieser Bedarf nicht befriedigt werden. Dies führte zur Gründung einer Reihe von freien Forschungsinstituten (vgl. Übersicht der beteiligten Institute weiter unten) mit besonderen Spezifika:

  • Konsequente Orientierung an einer Forschung für Nachhaltige Entwicklung und damit Ausrichtung der Forschung an konkreten gesellschaftlichen Problemlagen. Die Forschung der Institute soll gesellschaftlich relevante Fragestellungen thematisieren, die Forschungsergebnisse Eingang in das Handeln der betroffenen Akteure finden. Der Umgang mit dieser normativen Dimension ihrer Forschung erfolgt explizit.
  • Problemdefinition der Forschungsvorhaben gemeinsam mit betroffenen Akteuren/Auftraggebern. Ein besonderes Charakteristikum der Umweltforschungs-Institute ist das breite Spektrum ihrer Förderer, die von Politik über Unternehmen bis zu Umweltverbänden und der Wissenschaft selbst reichen.
  • Umsetzung einer hohen Interdisziplinarität in der Forschungsarbeit – insbesondere ein intensiver Brückenschlag zwischen Natur-, Technik- und Sozialwissenschaften.
  • Besondere strukturelle Bedingungen (geringe/keine Grundförderung, Ausrichtung an Drittmittelmärken), die ständigen Anreiz zu hoher Innovationsfähigkeit, Flexibilität und Anschlussfähigkeit an die Adressaten der Forschung führen.
  • Hohes Maß an Reflexität über Inhalte und Art der eigenen Forschung.

Die Institute verkörpern damit in besonderen Maße die Anforderungen an eine transdisziplinäre Nachhaltigkeitswissenschaft. Durch die Förderung in spezifischen Forschungsprogrammen, insbesondere der sozial-ökologischen Forschung (SÖF) des BMBF wurden die inhaltlichen und insbesondere methodischen Standards dieser Forschung entscheidend weiterentwickelt.

Im deutschen Wissenschaftssystem stellen die führenden freien gemeinnützigen Umweltforschungsinstitute heute eines der inhaltlich und methodisch am besten entwickelten Zentren transdisziplinärer Nachhaltigkeitsforschung dar.

Mitglied des Ecornet sind folgende Institute:

Zur Homepage des Ecornet gelangen Sie unter: http://ecornet.de/

Nachhaltig forschen – transformatives Wissen schaffen: Veranstaltungsreihe im Wissenschaftsjahr 2012

Das deutsche Bundesforschungsministerium (BMBF) hat das Jahr 2012 zum Wissenschaftsjahr „Nachhaltigkeit/Zukunftsprojekt Erde“ ausgerufen. Die Initiative „Transformatives Wissen schaffen“ nimmt dies zum Anlass, mit einer Reihe von Veranstaltungen zu diskutieren, vor welchen Herausforderungen das Wissenschaftssystem selber steht, um seine Motorfunktion für die notwendigen Transformationsprozesse auf dem Weg zu einer nachhaltigen Gesellschaft auszufüllen.

Getragen wird die Initiative zum Wissenschaftsjahr von wissenschaftlichen Vorreiter-Einrichtungen einer transdisziplinären Nachhaltigkeitswissenschaft. Dazu gehören neben dem NaWis-Verbund aus den Universitäten Kassel und Lüneburg sowie dem Wuppertal Institut und dem Institute of Advanced Sustainability Studies (IASS), das Ecological Research Network (Ecornet) der freien Umwelt-/Nachhaltigkeitsforschungsinstitute in Deutschland, die seit über 20 Jahren eine transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung als Pioniere betreiben. Dem EcoRNet gehören an: das Öko-Institut, das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), das Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (IFEU), das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE), das Ecologic Institute, das Unabhängige Institut für Umweltfragen (UfU) und das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie. Viele weitere Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen u.a. aus der Arbeitsgruppe Hochschule des Deutschen UNESCO-Komitees unterstützen das Netzwerk.

Für 2012 ist ein breites Spektrum an Veranstaltungen geplant.

Den Auftakt macht eine Tagung am 6. Februar 2012 in der Landesvertretung NRW in Berlin mit den Wissenschaftsministerinnen aus Nordrhein-Westfalen, Svenja Schulze und Baden-Württemberg, Theresia Bauer. In der ganztägigen Veranstaltung soll unter Einbeziehung von Wirtschaft und Zivilgesellschaft darüber diskutiert werden, wie Wissenschaft, Wissenschaftssystem und Wissenschaftspolitik künftig gestaltet sein müssen.

Neben der großen Auftaktveranstaltung werden über das gesamte Jahr verteilt Tagungen und Workshops zu bestehender nationaler und internationaler Best Practice einer transformativen Nachhaltigkeitswissenschaft in den Bereichen Forschung, Lehre und Wissenschaftsförderung stattfinden.

Einen weiteren wichtigen Höhepunkt des Jahres bildet der Sustainability Summit vom 29. Februar bis zum 2. März 2012 in Lüneburg. Auf diesem internationalen Kongress werden führende Nachhaltigkeitswissen-schaftler/innen zusammenkommen, um zu verorten, wo die transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung heute steht und wie sie sich in den kommenden Jahren weiterentwickeln muss.

Die Koordination der Veranstaltungsreihe durch das Berliner Büro des Wuppertal Instituts wird von der Stiftung Mercator gefördert.

Eine Übersicht über die Veranstaltungsreihe finden Sie hier.

Die Pressemeldung zum Auftakt der Reihe finden Sie unter: http://idw-online.de/de/news456261

Verbund für Nachhaltige Wissenschaft (NaWis) – Netzwerk zur Stärkung der Nachhaltigkeits-Wissenschaften

Bild

Die Universität Kassel, die Leuphana Universität Lüneburg und das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH haben sich zur NaWis-Runde zusammengeschlossen. Seit dem 01.01.2012 ist auch das Institute for Advanced Sustainability Studies Mitglied der NaWis-Runde. Ziel des Verbundes ist die Förderung transdisziplinärer Nachhaltigkeitswissenschaft im deutschen Wissenschaftssystem – sowohl in Hochschulen als auch in außeruniversitären Forschungseinrichtungen.

Klima- und Umweltherausforderungen sprengen schon lange Disziplinengrenzen. Sie erfordern eine enge Zusammenarbeit von Natur- und Technik- mit Sozial- und Geisteswissenschaften. Nur so lassen sich Übergänge zu einer nachhaltigen Gesellschaft gestalten. International entwickeln sich viele Initiativen für eine inter- und transdisziplinäre Nachhaltigkeitswissenschaft. Im deutschen Wissenschaftssystem steht diese noch am Anfang.

Hier setzt die von den Universitäten Kassel und Lüneburg, dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie sowie dem Institute for Advanced Sustainability Studies getragene „NaWis“-Runde an. Sie wird von vier führenden Wissenschaftseinrichtungen im Bereich der Nachhaltigen Wissenschaft getragen.

Schon heute arbeiten die vier Trägerinstitutionen auf Schlüsselfeldern der Nachhaltigkeitswissenschaft zusammen, wie z.B.

  • der Klimaanpassungsforschung,
  • dem Ausbau regenerativer Energiezeugung,
  • die nachhaltige Gestaltung von Ressourcen- und Stoffströmen,
  • nachhaltige Prozesse auf Stadtebene bzw. Nachhaltigkeitsstrategien von Städten

In Zukunft plant die NaWis-Runde u.a.

  • gemeinsame Forschungsprojekte, Graduiertenkollegs und Lehrangebote zu initiieren,
  • die Konzepte und Methoden einer transdisziplinären Nachhaltigkeitswissenschaft weiterzuentwickeln,
  • gemeinsam Foren und Tagungen zur Weiterentwicklung einer transdisziplinären Nachhaltigkeits-Wissenschaft im deutschen Wissenschaftssystem zu veranstalten und
  • Positionen zur institutionellen und wissenschaftspolitischen Weiterentwicklung einer Nachhaltigkeits-Wissenschaft in Deutschland zu entwickeln.

Als deutscher Herausgeberkreis der -transdisziplinär ausgerichteten- Zeitschrift GAIA verfügt die NaWis-Runde über eine Publikationsplattform.

Eine Erweiterung des Netzwerkes um weitere Institutionen in den kommenden Jahren ist geplant. 

Weitere Hintergrundinformationen zur NaWis-Runde: Homepage der NaWis-Runde

Institutionen für eine transformative Forschung – GAIA-Beitrag zur Konstituierung der NaWis-Runde

In der aktuellen Ausgabe 2/2011 der Zeitschrift GAIA ist der Beitrag (Download siehe unten) „Institutionen für eine transformative Forschung – zur Gründung der NaWis-Runde“ von Uwe Schneidewind, Andreas Ernst und Daniel Lang erschienen. Der Beitrag zeigt die Notwendigkeit institutioneller Veränderungen im Wissenschaftssystem auf, um den Anforderungen einer Nachhaltigen Entwicklung gerecht zu werden – ähnlich wie dies gerade der Wissenschaftliche Beirat Globale Umweltveränderungen (WBGU) in seinem aktuellen Hauptgutachten eingefordert hat. Mit der NaWis-Runde, die von den Universitäten Kassel und Lüneburg sowie dem Wuppertal Institut initiiert wurde und die seit 2011 der deutsche Träger der Zeitschrift GAIA ist, soll dazu ein Beitrag geleistet werden.

Der GAIA-Beitrag steht hier zum Download bereit: 110614-GAIA-NaWis-definitiv mit Titelblatt

Kurzporträts und Nachhaltigkeitsprofil der an der NaWis-Runde beteiligten Institutionen

Anbei finden sich Kurzporträts der an der NaWis-Runde beteiligten Wissenschaftseinrichtungen:

Universität Kassel
Die Universität Kassel – 1971 im Zuge der Bildungsreformen als eigenständiges Gesamthochschulmodell gegründet – ist geprägt durch einen in Deutschland ungewöhnlich vielschichtigen Verbund von Kompetenzen, die sich auf Natur und Technik, Kultur und Gesellschaft konzentrieren. Das Fundament interdisziplinär entwickelter Innovation bilden starke Fach disziplinen, deren besonderes Leistungsspektrum von der Grundlagenforschung bis zur Anwendung reicht. Strategische Partnerschaften mit führenden Forschungs-Instituten und Wissenschafts-Partnern im In- und Ausland stärken ihre Position im nationalen und internationalen Wettbewerb.

Umweltbezüge spielen seit der Gründung der Universität Kassel eine wichtige Rolle: Über 60 Professuren und etwa 250 weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler forschen gemeinsam mit Kooperationspartnern an der Universität Kassel in Fachbereichen, Instituten und einer Anzahl von Forschungsschwerpunkten zu Umweltthemen. Mit über 200 umweltbezogenen Lehrveranstaltungen pro Studienjahr, 19 Studiengängen mit Abschlüssen zu Umweltthemen, vielfältigen Promotionskollegs, Zusatzqualifikationsmöglichkeiten, weiterbildenden Studienprogrammen und Qualifizierungsangeboten für internationale Studierende nimmt die Universität Kassel eine Spitzenposition in Sachen Umweltforschung und –lehre ein.

An der Universität Kassel studieren rund 20.000 Studierende. Die Universität beschäftigt 2500 Menschen, davon knapp über 300 Professorinnen und Professoren.

Leuphana Universität Lüneburg
Die Leuphana Universität versteht sich als öffentliche Universität für die Zivilgesellschaft des 21. Jahrhunderts. Ihr deutschlandweit einmaliges Studienmodell mit international üblichen Bachelor- und Masterabschlüssen, ausgewiesenen Forschungsschwerpunkten und einer engen Kooperation mit gesellschaftlichen wurde mehrfach ausgezeichnet. Kernbestandteile sind das College für das Erststudium, die Graduate School mit verzahnten Master- und Promotionsprogrammen sowie die Professional School für berufliche Weiterbildung und Wissenstransfer. Vier Wissenschaftsinitiativen prägen das fachliche Spektrum der Hochschule: Nachhaltigkeitsforschung, Bildungsforschung/Lehrerbildung, Management und unternehmerisches Handeln sowie Kulturforschung.

Zum 01. Oktober 2010 hat die Leuphana als erste deutsche Universität eine Fakultät Nachhaltigkeit eingerichtet. Als Träger der universitätsweiten Wissenschaftsinitiative Nachhaltigkeitsforschung beschäftigt sich die Fakultät mit Bedingungen und Chancen einer nachhaltigen Entwicklung. Die Fakultät verbindet dazu Human- und Naturwissenschaften mit derzeit etwa 25 Professuren aus den Disziplinen Chemie, Informatik, Kommunikation, Management, Ökologie, Philosophie, Planung, Politik, Psychologie, Recht, Technik und VWL. Transdiziplinarität kennzeichnet die Arbeitsweise der Fakultät in Forschung und Lehre.

Symbol der Neuausrichtung der Leuphana ist das geplante zukunftsweisende Zentralgebäude nach Entwürfen des international renommierten Architekten Daniel Libeskind. Mit einem Innovations-Inkubator stärkt die Universität Forschungs- und Wirtschaftspotenzial des Wissenschaftsstandorts Lüneburg. Der Inkubator ist derzeit europaweit das größte Regionalentwicklungsprojekt durch Wissenschaft. Es hat ein Volumen von rund 100 Millionen Euro und wird durch die Europäische Union gefördert.

An der Leuphana studieren 7.000 junge Menschen. Rund 450 der 800 Leuphana-Beschäftigten sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, davon 150 Professorinnen und Professoren.

Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH
Das Wuppertal Institut erforscht und entwickelt Leitbilder, Strategien und Instrumente für Übergänge zu einer nachhaltigen Entwicklung auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene. Im Zentrum stehen Ressourcen-, Klima- und Energieherausforderungen in ihren Wechselwirkungen mit Wirtschaft und Gesellschaft. Die Analyse und Induzierung von Innovationen zur Entkopplung von Naturverbrauch und Wohlstandsentwicklung bilden einen Schwerpunkt seiner Forschung.

Nachhaltige Entwicklung bedarf eines integrierten Politik- und Wissenschaftsansatzes. Denn die Fragestellungen einer zukunftsfähigen Entwicklung sind häufig nicht innerhalb von Ressortgrenzen oder einzelner wissenschaftlicher Disziplinen zu beantworten. Hier setzt das Forschungsprogramm des Wuppertal Instituts an. Es baut auf interdisziplinäres und am Systemverständnis orientiertes Arbeiten auf. Das Wuppertal Institut sieht sich seit seiner Gründung im Jahr 1991 der anwendungsorientierten Nachhaltigkeitsforschung verpflichtet.

Das Wuppertal Institut beschäftigt rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und wird in der Rechtsform der gemeinnützigen GmbH geführt. Es erhält eine Grundfinanzierung vom Land Nordrhein-Westfalen. Den größten Teil seines Budgets von rund 11 Mio. Euro erwirtschaftet das Institut mit extern finanzierten Projekten.

IASS, Potsdam (ab 01.01.2012)
Ab dem 01.01.2012 tritt das Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) der NaWis-Runde als viertes Kernmitglied unter Leitung von Exekutivdirektor Klaus Töpfer bei.

Die Anregung des Nobelpreisträger-Symposiums „Global Sustainability – A Nobel Cause“ und die Aufforderung durch die Bundesregierung beim nachfolgenden Klimaforschungsgipfel im Oktober 2007 aufgreifend, hat die Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen ein Konzept zur Schaffung eines interdisziplinären, interaktiven und internationalen Elite-Instituts für Nachhaltigkeitsforschung erarbeitet (Institute for Advanced Sustainability Studies – IASS).

Dieses Institut soll anspruchsvolle und neuartige Ansätze zu hochrelevanten Nachhaltigkeitsthemen wie Klimastabilität, Energiesicherheit, Ressourceneffizienz, umwelt- und sozialverträgliche Wirtschaftsdynamik, Koevolution urbaner und ruraler Räume und nachhaltige technologische Entwicklungen erschließen. Zudem soll das IASS einen zentralen Beitrag zur Entwicklung einer nationalen Forschungsstrategie zum Klimaschutz leisten und sich mit der ökologischen, ökonomischen und gesellschaftspolitischen Dimensionen einer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Klima- und Erdsystemforschung einbringen. Dabei soll das Institut herausragende Beiträge zum wissenschaftlichen Fortschritt leisten und als Drehkreuz des strategischen Dialogs zwischen Forschung, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zur Meinungsbildung beitragen.

Stimmen zur Gründung der NaWis-Runde

Anbei ausgewählte Stimmen zur Gründung der NaWis-Runde:

Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep/Präsident der Universität Kassel:
„Die Universität Kassel zählt sicher zu den Vorreiterhochschulen im Feld interdisziplinärer Umweltwissenschaften. Wir haben unsere entsprechenden Forschungs- und Lehraktivitäten schon früh über Fachgrenzen hinweg gebündelt. Die Kooperation im NaWis-Verbund eröffnet unseren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern nun neue Synyergien“

Prof. Dr. Sascha Spoun, Präsident der Leuphana Universität Lüneburg:
„Die Leuphana ist mit der Gründung einer eigenen Fakultät für Nachhaltigkeit die erste deutsche Universität, die eine transdisziplinäre Ausrichtung auch konsequent in ihrer organisatorischen Struktur umsetzt. Die Zusammenarbeit mit anderen Vorreiterinstitutionen im Rahmen des NaWis-Verbundes stärkt unsere Aktivitäten.“

Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Institutes:
„Die NaWis-Runde ist ein Nukleus, um die Nachhaltigkeitswissenschaften in Deutschland insgesamt weiter auszubauen. Das Netzwerk soll sich in den kommenden Jahren um weitere Schlüsseleinrichtungen in anderen Bundesländern erweitern.“

Svenja Schulze, Wissenschaftsministerin des Landes Nordrhein Westfalen:
„Nordrhein Westfalen verfügt über hervorragende wissenschaftliche Potenziale, um Beiträge zur Transformation zu einer klimagerechten und nachhaltigen Welt zu leisten. Mit unserer Initiative Fortschritt.NRW wollen wir u.a. zu den dafür notwendigen interdisziplinären Brückenschlägen beitragen. Die NaWis-Runde setzt länderübergreifend auf eine Vernetzung der entsprechenden Vorreitereinrichtungen im Wissenschaftssystem. Das begrüßen wir ausdrücklich.“

NRW: Schwergewichte mit nur zarter Vernetzung

Als größtes Bundesland verfügt Nordrhein-Westfalen auch über die größte und ausdifferen-zierteste Landschaft an Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen in Deutschland. Neben der im technischen Bereich dominierenden RWTH Aachen (der einzigen in der Exzellenzinitiative ausgezeichneten „Eliteuniversität“ in NRW) sind die fachlichen Schwerpunkte und Profilspitzen relativ gleichmäßig über das Bundesland verteilt. Allein schon aufgrund der Masse der Wissenschaftseinrichtungen existiert eine umfassende Wissenschaftssubstanz auch in Nachhaltigkeits-relevanten Themenfeldern: Dazu gehört z.B. eine profilierte (regenerative) Energieforschung (z.B. an der RWTH Aachen, dem Forschungszentrum Jülich).

Keine der vielen Hochschulen in NRW hat jedoch bisher eine Umwelt- oder Nachhaltigkeitsorientierung zu einem dominanten Strategieschwerpunkt gemacht – auch wenn es an einzelnen Universitäten dazu erste Ansätze gibt, wie z.B. an der Universität Duisburg-Essen (bei der eines der Präsidiumsmitglieder, Prof. Ute Klammer, aktuell auch Mitglied des deutschen Nachhaltigkeitsrates ist).

Angesichts der existierenden Substanz in NRW könnte das Land –auch wenn eine solche Ausrichtung für so großes Bundesland keine dominierende Prägung des Wissenschaftssystem sein kann – durch noch bessere Vernetzung eine führende Rolle nachhaltigkeitsorientierter Wissenschaft in Deutschland spielen. Auch über die prädestinierten Vordenker- und Vernetzer-Institutionen für eine solche Vision- wie z.B. das Wuppertal-Institut für Umwelt, Energie und Klima verfügt NRW längst.

Die 2009 gestartete „Bonn Sustainability Alliance“ (wissenschaftliche insbesondere durch die FH Bonn Rhein-Sieg getragen) zeigt, dass auch andere Akteure in NRW in Richtung einer solchen Vernetzung denken.

Kommentieren Sie den Beitrag! Zurück zum Übersichtsbeitrag über alle Bundesländer geht es hier.