Die Helmholtz-Allianz „Zukünftige Infrastrukturen der Energieversorgung“ nimmt Arbeit auf

Unter Leitung von Prof. Dr. Armin Grunwald und Prof. Dr. Ortwin Renn startet in diesen Tagen die Helmholtz-Allianz „Zukünftige Infrastrukturen der Energieversorgung. Auf dem Weg zur Nachhaltigkeit und Sozialverträglichkeit“ ihre Arbeit. Die Allianz ist auf 5 Jahre ausgelegt und wird von der Helmholtz-Gemeinschaft mit 8,25 Mio. Euro gefördert. Die Federführung der Allianz liegt beim Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Weitere beteiligte Helmholtz-Zentren sind das Forschungszentrum Jülich, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ. Darüber hinaus arbeiten am Zentrum Wissenschaftler der Universität Stuttgart, der Otto von Guericke Universität Magdeburg, der FU Berlin sowie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim mit.

Der Schwerpunkt der Arbeit der neuen Allianz liegt an der Schnittstelle zwischen Energietechnik, Planungsverfahren und Verbraucherverhalten. Damit wird der Tatsache Rechnung getragen, dass die aktuelle Transformation des Energiesystems vorwiegend auf regenerative Energiequellen und Energieeffizienz setzt und damit die Energienachfrageseite mehr und mehr in den Fokus von Forschung und Energiepolitik rückt.

Weitere Informationen zur Allianz finden sich unter:
o http://www.helmholtz.de/index.php?id=2270
o Pressemeldung der Universität Stuttgart
o Pressemeldung des Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Leibniz-Gemeinschaft : „Loser Bootsverband mit erheblichem Potenzial“

Die im Jahre 1997 aus der 1990 gegründeten „Arbeitsgemeinschaft Blaue Liste“ hervorgegangene Leibniz-Gemeinschaft zeichnet sich im Vergleich zur Helmholtz-Gemeinschaft und der Fraunhofer-Gesellschaft durch eine noch größere Vielfalt ihrer 86 Institute (Stand Ende 2009) sowie durch eine sehr viel dezentralere Organisationsform aus. Ihre Einrichtungen sind in den meisten Fällen wissenschaftlich und organisatorisch unabhängig und decken Forschungsfelder von den Naturwissenschaften bis zu den Sozial- und Geisteswissenschaften ab. Aus der Perspektive der Nachhaltigkeitsforschung setzten daher in den letzten Jahren einzelne Institute Akzente, die sich explizit Umwelt- und Nachhaltigkeitsfragen verschrieben haben. Besonders relevant ist hierbei das Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) . Als ein zentraler Akteur der nationalen und internationalen Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung deckt es mit seinen Arbeiten die Klimaforschung breit und interdisziplinär ab. Im PIK gibt es neben den naturwissenschaftlichen und ökonomischen Kompetenzen auch umfassende sozialwissenschaftliche Bezüge. In der Leibniz-Gemeinschaft sind auch die großen Wirtschaftsforschungsinstitute organisiert, die wie z.B. das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) oder das Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim über umfassende umweltökonomische Abteilungen verfügen.

Ausgelöst durch eine in den Jahren 2004/2005 bundespolitisch intensiv geführte Debatte über die Zukunft der Leibniz-Gemeinschaft hat diese unter ihrem Präsidenten Ernst Th. Rietschel erfolgreiche Anstrengungen in der Entwicklung eines gemeinsamen Leitbildes sowie der Vernetzung innerhalb der Gemeinschaft unternommen. Die in einem Strategiepapier ausgearbeitete Vision „Theoria cum praxi: Wissenschaft zum Nutzen und Wohl der Menschen“ entwickelt eine umfassende gesellschaftsorientierte Wissenschaftsvision für die Leibniz-Gemeinschaft und fördert Ansätze von disziplinen- und institutsübergreifenden Clusterbildungen, die z.B. in der Biodiversitätsforschung schon erfolgreich umgesetzt sind.

Über das Konzept des Wissenschaftscampus treibt die Leibniz-Gemeinschaft zudem die Kooperation mit Hochschulen voran. Mit Blick auf die Leibniz-Gemeinschaft kann daher festgestellt werden, dass zunehmend nicht nur einzelne ihrer Institute (wie z.B. das PIK) Motor für eine nachhaltigkeitsorientierte Forschung sind, sondern sich die Gemeinschaft insgesamt zu einem wichtigen Dach für eine „Nachhaltige Wissenschaft“ in Deutschland zu entwickeln verspricht.

Zurück zum Überblicksbeitrag „Nationale Wissenschaftsgemeinschaften“